"Robustes" Wachstum in der Welt erwartet: IWF sorgt sich um die USA

"Robustes" Wachstum in der Welt erwartet
IWF sorgt sich um die USA

Aus Sicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) erhält die Weltwirtschaft in diesem Jahr durch ein etwas schwächeres US-Wachstum einen Dämpfer. Die Weltwirtschaft werde „robust bleiben“, sich aber leicht unter dem Vorjahreswachstum von 5 % bewegen, wie am Mittwoch aus Kreisen der Bundesregierung in Berlin verlautete.

HB BERLIN. Es werde nur leichte Rückschläge geben, hieß es vor Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der sieben wichtigsten Industrieländer (G7) am Freitag und Samstag in London.

Die globalen Ungleichgewichte seien weiter ein erhebliches Risiko für die Weltwirtschaft. „Viel hängt von den Amerikanern ab“ hieß es. Das hohe Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizit der USA sei nach wie vor Besorgnis erregend. Mittelfristig sei hier ein „glaubwürdiger und ordentlicher Anpassungsprozess“ nötig. Dem Ziel der US-Regierung, das Haushaltsdefizit innerhalb von fünf Jahren zu halbieren, komme große Bedeutung zu. Steigende Militärausgaben stünden dem aber entgegen.

Die enormen Kosten für Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan treiben das amerikanische Haushaltsdefizit auf Rekordhöhe. Mit dem neuen Nachtragsetat von 80 Mrd. Dollar überwiegend für den Irak dürfte der Fehlbetrag in diesem Jahr auf 427 Mrd. Dollar (rund 329 Mrd. Euro) klettern. Das US-Budget wird kurz nach dem G7-Treffen vorgelegt. Es sei zu wünschen, dass die G7-Länder auf der Rede von US-Präsident George W. Bush an diesem Mittwoch (Ortszeit) zur Lage der Nation aufbauen können, hieß es in Regierungskreisen weiter. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) kommt am Rande des G7-Treffens mit US-Amtskollege John Snow zu bilateralen Gesprächen zusammen.

Weitere Risiken für die Entwicklung der Weltwirtschaft seien auch die hohe Verschuldung vieler Schwellenländer sowie das hohe Ölpreisniveau. Zum Abbau globaler Ungleichgewichte müssten allerdings auch die Strukturreformen in Japan und Europa vorangetrieben werden und ostasiatische Exportländer wie China mehr Flexibilität im Wechselkursregime zeigen, hieß es. Vom Londoner G7-Treffen seien aber keine neuen Weichenstellungen in der Wechselpolitik zu erwarten. „Wir warnen davor, dass vom G7-Treffen zu viel erwartet wird“, hieß es mit Blick auf Spekulationen über eine Aufwertung der an den Dollar gekoppelten chinesischen Währung. Druck auf China nütze nichts.

Die westlichen Länder dringen seit längerem darauf, dass China die feste Bindung seiner Währung an den Dollar lockert. China wird an dem Treffen der G7-Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, USA, Italien, Japan und Kanada als Beobachter teilnehmen und mit dem Finanzminister und Zentralbankgouverneur vertreten sein.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%