Rogowski fürchtet einen zu starken Euro: BDI: Konjunktur-Eiszeit vor dem Ende

Rogowski fürchtet einen zu starken Euro
BDI: Konjunktur-Eiszeit vor dem Ende

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sieht der wirtschaftlichen Entwicklung 2004 mit viel Zuversicht entgegen. Die dreijährige konjunkturelle Eiszeit gehe dem Ende zu und die Anzeichen einer allmählichen Erholung der Konjunktur in Deutschland verdichteten sich, heißt es in dem jüngsten Konjunktur-Report am Dienstag in Berlin. „Nahezu sämtliche harte Daten zeigen nach oben“, sagte BDI-Präsident Michael Rogowski. Zwei Prozent Wachstum seien möglich.

HB BERLIN. Noch werde die Erholung vom weltweiten Aufschwung getragen, der Funke dürfte auch auf die Binnenwirtschaft überspringen. Hier sieht Rogowski die Politik mit weiteren Reformen in der Pflicht. „Dies wäre ein wichtiger Beitrag zur Festigung des Aufschwungs in diesem Jahr“, sagte der BDI-Chef weiter. „Zwei Prozent Wachstum in 2004 und sogar 2,5 % in 2005 sind keine Utopie.“

Die meisten Ökonomen gehen wie die Bundesregierung davon aus, dass die deutsche Wirtschaft nach einem leichten Rückgang der Wirtschaftsleistung 2003 in diesem Jahr wieder zwischen 1,5 und 2,0 % wachsen wird. Der jüngste, überraschend deutliche Anstieg der Ifo-Geschäftsklimaindex auf 97,4 Zähler bestärkte die meisten Experten in dieser Hinsicht.

Der BDI-Chef betonte aber erneut, dass die Aufwertung des Euro für die Wirtschaft schon jetzt ein Problem darstelle. „Kaum ein Unternehmen, dass nicht in diesen Tagen währungsseitige Ergebnisbelastungen beklagt“, erklärte Rogowski. Hohe Produktionskosten am Standort Deutschland bei gleichzeitig niedrigeren Erlösen aus dem Dollarraum und Asien ließen Margen und Marktanteile schrumpfen. Am Dienstag meldete der bayerische Autobauer BMW trotz Absatzrekords für 2003 schwächere Umsätze wegen des starken Euro. Die Währung hat sich indes mit unter 1,25 Dollar um vier Cent zum bisherigen Rekordhoch abgeschwächt.

Insgesamt zeigte sich Rogowski aber zuversichtlich, dass Deutschland 2004 die Stagnation überwinden kann. Gleichwohl werde die Dynamik bei den Ausrüstungsinvestitionen zunächst noch verhalten sein, auch die Bauwirtschaft sei trotz eines zu erwartenden Zwischenhochs nicht über den Berg. Die deutschen Verbraucher dürften nach Einschätzung Rogowskis wieder mehr Geld ausgeben. Entscheidend sei aber die Entwicklung am Arbeitsmarkt, wo eine echte Wende zum Besseren wohl erst 2005 anstünde.

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