Rückgang um 46 Prozent
Japans Exporte fallen ins Bodenlose

Japan verzeichnete das größte Handelsdefizit seit 1980, als die zweite Ölkrise im Nahen Osten die Wirtschaft lähmte. Die Exporte des Landes sind wegen der weltweiten Wirtschaftskrise so stark eingebrochen wie nie zuvor. Im Januar verminderten sich die Ausfuhren im Jahresvergleich um nahezu die Hälfte. Vor allem eine Branche erfährt einen drastischen Einbruch.

TOKIO. Ein heftiger Einbruch der japanischen Exporte erschreckt weltweit die Anbieter von Industrieausrüstung. Die Ausfuhren der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt fielen im Januar verglichen mit dem Vorjahresmonat um 46 Prozent, teilte die Regierung in Tokio mit. Diese erschreckende Zahl lässt auch in Deutschland die Sorgen wachsen: Das deutsche Wachstum hängt von vergleichbaren Produktgruppen ab. Die offiziellen Daten für Januar stehen in Europa noch aus.

Mit der Ausfuhr stieg in Japan auch das Handelsdefizit in ungeahnte Höhen. Die Japaner mussten 7,7 Mrd. Euro draufzahlen – so viel wie noch nie seit Beginn der statistischen Erfassung.

Ursache der bisherigen Überschüsse war der US-Import auf Pump, sagt Takatoshi Ito, Ökonom an der Tokyo University. Japan profitierte davon zweifach. Konsumgüter wie Autos und Flachfernseher gingen direkt in die USA. Der Export nach Nordamerika halbierte sich nun im Jahresvergleich. Fast ebenso stark trieben jedoch Lieferungen nach China das japanische Wachstum an. Japans Unternehmen verschifften neben Elektronik auch Ausrüstung für Fabriken von Yokohama und Osaka aus in Richtung Schanghai und Ningbo. „Auffälligste Eigenschaft des aktuellen Exporteinbruchs ist der Wegfall von Waren, die mit Produktion in anderen Industriezweigen zu tun haben“, sagt Ökonom Chiwong Lee von Goldman Sachs. Maschinen, Elektroausrüstung und Transportgeräte haben noch deutlich stärker verloren als der Gesamttrend.

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