Rückgang von 53,3 auf 51,9 Punkte
US-Einkaufsmanagerindex gefallen

Im Mai haben sich die Geschäfte der US-Industrie als erwartet entwickelt. Auch in Deutschland und der Euro-Zone haben die flaue Konjunktur und schleppende Nachfrage der Verbraucher der Industrie weitere Geschäftseinbußen bereitet.

HB NEW YORK. Der an den Finanzmärkten stark beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager fiel auf 51,4 von 53,3 Punkte im Vormonat, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Rückgang auf 52,1 Punkte gerechnet. Sie wiesen aber darauf hin, dass trotz des überraschend starken Rückgangs die Geschäfte der US-Industrie noch immer wachsen. Ein Index-Wert von über 50 Punkten deutet auf eine Expansion im Verarbeitenden Gewerbe hin, Werte darunter zeigen ein Schrumpfen an. An den US-Börsen reagierten die führenden Indizes mit Kurssprüngen von mehr als einen Prozent. Die Wall Street wertete die Zahlen als Entwarnung vor Inflationsgefahren und aggressiveren Zinserhöhungen der US-Notenbank (Fed).

Die Daten des ISM signalisierten jedoch auch in den einzelnen Sektoren eine schwächere Entwicklung. So sackte der Beschäftigungsindex deutlich auf 48,8 von 52,3 Punkten im April ab und wies damit auf eine rückläufige Einstellungspraxis der Unternehmen hin. Zugleich verringerte sich der Auftragsbestand - der Index fiel auf 51,0 von 53,0 Zählern. Auch die Komponente der Auftragseingänge gab nach auf 51,7 von 53,7 Stellen. Der Index der Produktion schwächte sich auf 54,9 von 56,7 Punkten ab. Eine deutliche Entspannung ergab sich bei den Preisen, deren Index auf 58,0 von 71,0 Punkten fiel.

Analysten sahen trotz der unerwartet starken Abschwächung der Geschäfte der US-Industrie den Wachstumskurs der weltgrößten Volkswirtschaft ungebrochen. „Die Zahl war etwas schwächer als erwartet, aber nicht zu sehr. Dafür war der Preisindex deutlich niedriger als angenommen“, sagte Bob Sinche von der Bank of America in New York. Patrick Fearon von A.G. Edwards and Sons kommentierte die Zahlen mit den Worten: „Der ISM-Index zeigt noch immer Wachstum an und das ist womöglich das Wichtigste. Die Branche legt eine Atempause ein“.

Nach Einschätzung von Ken Mayland von Clearview Economics LLC wird die Schwächephase der US-Wirtschaft in diesem Jahr etwas länger anhalten als 2004. Dafür gebe es zwei Gründe. „Diese sind einige überhöhte Lagerbestände, die zunächst wieder abgearbeitet werden müssen. Zudem haben wir acht Zinserhöhungen hinter uns“. Die Fed hatte zuletzt Anfang Mai die Zinsen zum achten Mal in Folge um wiederum 25 Basispunkte auf nunmehr 3,00 % erhöht und eine weiterhin maßvolle Straffung der Geldpolitik in Aussicht gestellt. Ende Juni will die Notenbank erneut über die Geldpolitik beraten.

In Deutschland sank der BME/NTC-Einkaufsmanagerindex (EMI) auf 49,4 von 49,7 Punkten im Vormonat, wie die Forschungsgruppe NTC mitteilte. Die Firmen hätten ihre Produktion nur wenig erhöht und mehr Mitarbeiter als zuvor entlassen. Der Index für die Euro-Zone insgesamt sank auf 48,7 von 49,2 Zählern und signalisierte mit weniger als 50 Punkten auch hier eine Verschlechterung der Geschäfte.

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