Rückkehr zum Wachstum
EZB: Weltweite Konjunktur springt 2010 an

Nach dem Internationalen Währungsfonds sieht nun auch EZB-Chef Jean-Claude Trichet Anzeichen für eine Erholung der rezessionsgeplagten Weltwirtschaft im kommenden Jahr. Für Mai stellte er „unkonventionelle Schritte“ in der Geldpolitik in Aussicht.

HB TOKIO/WASHINGTON. 2009 werde aber noch schwierig werden, sagte Trichet am Freitag in Tokio. „Eine Erholung hängt an uns, und Vertrauen ist der Schlüssel.“ Auch der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, zeigte sich zuversichtlich für 2010. Die Weltwirtschaft werde 2009 tief negatives Gebiet betreten, bevor sie sich 2010 zu erholen beginne, hatte Strauss-Kahn bereits am Donnerstag in Washington gesagt. Vertreter der US-Notenbank Fed waren sich dagegen uneinig, ob die weltweit größte Volkswirtschaft bald wieder zu Wachstum zurückkehrt.

Trichet bekräftigte, dass die EZB im Mai über unkonventionelle Schritte der Geldpolitik entscheide. Im Mittelpunkt stünden dabei die Banken. Er schloss sich damit Bundesbank-Chef Axel Weber an. Die EZB müsse die Maßnahmen später aber wieder zurücknehmen. „Das Vertrauen hängt gleichermaßen an unseren unmittelbaren Entscheidungen als auch an der Glaubwürdigkeit und Stichhaltigkeit unserer Ausstiegs-Strategie.“

IWF-Chef Strauss-Kahn forderte die Regierungen der Industrieländer auf, den Finanzsektor zu bereinigen und die Bilanzen der Banken von faulen Krediten zu säubern. Zudem dürften sie ihre Konjunkturpakete nicht zu früh zurücknehmen, sagte er. „Natürlich unterscheiden sich die Lösungen von Land zu Land, aber es muss eine schlüssige und abgestimmte Antwort der internationalen Gemeinschaft geben“, sagte Strauss-Kahn. „Bis das geschehen ist, werden die Versuche, die Nachfrage wieder anzukurbeln, voraussichtlich scheitern.“

Der Chef der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker hält 2010 ein Wachstum für möglich, wenn die Aufräumarbeiten bei den Banken vorankämen. „Wenn wir das Problem der „bad assets' unter Kontrolle bringen, werden wir weltweit, und in Europa, wieder positive Zahlen haben, aber bescheidene“, sagte Juncker in Wien nach einem Treffen mit Österreichs Kanzler Werner Faymann und schloss sich damit Forderungen von IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn an. Die von vielen Staaten geschnürten Pakete zur Belebung der Konjunktur seien aus heutiger Sicht ausreichend, fügte Juncker an. Ihre volle Wirkung würden diese erst 2010 entfalten.

Bei Vertretern der US-Notenbank Fed ist dagegen umstritten, wann die Rezession in den USA ausläuft. So sieht der Chef der Fed von Atlanta, Dennis Lockhart, eine Besserung im zweiten Halbjahr. „Ich erwarte keine starke Erholung, aber ich erwarte, dass der starke Abschwung, den wir im Moment haben, schon im dritten Quartal von einem langsamen und zögerlichen Wachstum abgelöst wird.“ Die Chefin der Fed von San Francisco, Janet Yellen, warnte jedoch vor allzu großen Optimismus. Die Tatsache, dass sich einige Indikatoren stabilisierten, bedeute nicht, dass die Wirtschaft aus dem Gröbsten heraus sei. „Die Abschwungsdynamik zwischen der Realwirtschaft und dem Finanzsektor birgt große Abwärtsrisiken.“

Die weltweite Wirtschaftskrise hat ihren Ausgangspunkt in den USA, wo 2007 eine Immobilienblase geplatzt ist. Das hat für schwere Verwerfungen im Finanzsektor gesorgt und die Konjunktur in die Knie gezwungen. Im Kampf gegen Wirtschafts- und Finanzkrise haben Notenbanken weltweit inzwischen ihre Leitzinsen kräftig gesenkt – die Währungshüter in den USA, Japan und Großbritannien nahe Null. In der Euro-Zone liegt der Leitzins zwar auf einem Rekordtief, mit 1,25 Prozent aber immer noch deutlich höher. Weithin wird aber damit gerechnet, dass der EZB-Rat Anfang Mai den Leitzins auf 1,0 Prozent senkt.

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