Rückläufige Tendenz noch im November: Industrie steigert Produktion

Rückläufige Tendenz noch im November
Industrie steigert Produktion

Nach vorläufigen Berechnungen hat die deutsche Industrie ihre Produktion im Dezember saisonbereinigt um 0,9 Prozent zum Vormonat gesteigert. Die Produktion im gesamten Produzierenden Gewerbe legte sogar um 1,2 Prozent zu, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin mitteilte.

HB BERLIN. „Nach den Auftragseingängen ist das ein weiteres hoffnungsvolles Zeichen, dass die Konjunktur nicht an Schwung verliert und das Wachstum in Deutschland sich im Jahr 2005 fortsetzt“, sagte Jan-Paul Ritscher von der HSH Nordbank. Die Bauwirtschaft verbuchte mit einem Zuwachs von gut sechs Prozent den kräftigsten Anstieg seit Frühjahr 2003. Innerhalb der Industrie stieg die Produktion von Konsumgütern um 2,4 %, während die Hersteller von Investitionsgütern fast drei Prozent weniger produzierten.

Die Industrie hatte im Dezember mit einem Auftragsplus von 7,1 % den höchsten Zuwachs seit der Wiedervereinigung verbucht. Vor den Orderdaten hatten Analysten im Schnitt mit einem Produktionsplus von einem Prozent gerechnet; nach den Auftragszahlen hatten einige eine Überraschung bei der Produktion nicht ausgeschlossen. Im November war die Produktion noch um 1,5 % zum Vormonat gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Produktion im Dezember um 0,9 %. Dem Ministerium zufolge ist aber eine Abwärtsrevision der Dezember-Daten wahrscheinlich.

Die Industrie-Daten belegten nach Ansicht von Volkswirten wie schon zuletzt Frühindikatoren wie das Ifo-Geschäftsklima, dass die deutsche Wirtschaft die Schwächephase des zweiten Halbjahres 2004 überwunden hat. Ob allerdings schon im Schlussquartal 2004 wieder ein deutlich kräftigeres Wachstum als die 0,1 % vom Sommer erzielt wurden, bleibt weiter umstritten. „Im vierten Quartal kommen wir beim Wirtschaftswachstum kaum über eine Stagnation hinaus“, sagte Jörg Lüschow von der WestLB. Dagegen hält Ritscher einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,4 % für möglich.

Auch die Details der Produktionsdaten fand bei den Analysten ein unterschiedliches Echo. Während Lüschow den Rückgang der Investitionsgüterproduktion als Enttäuschung wertete, sprach Jürgen Michels von der Citigroup von einer Konsolidierung. „Wir haben eine Abkühlung der globalen Nachfrage, auf der anderen Seite aber auch Anzeichen für ein Anziehen der Binnennachfrage nach Investitionsgütern“, sagte Michels.

Dem Ministerium zufolge steigerten die Hersteller von Vorleistungsgütern ihre Produktion im Dezember zum Vormonat um 3,4 %. Investitionsgüterhersteller produzierten dagegen 2,9 % weniger, nachdem sie bereits im November ein Minus von 3,4 % gemeldet hatten. Konsumgüterproduzenten verbuchten 2,4 % mehr Produktion. Energieunternehmen produzierten 0,6 % mehr. Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich November/Dezember zu September/Oktober fiel die Produktion im produzierenden Gewerbe um 0,7 %.

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