Sachverständigenrat sieht aber noch keine Wende hin zu dauerhaft höheren Investitionen und mehr privatem Konsum
Unternehmer investieren wieder

Unternehmen haben wieder mehr in Maschinen und Anlagen investiert – auch wenn die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal nur stagnierte. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Ein Durchbruch für die wirtschaftliche Entwicklung ist das Plus bei den Investitionen nach Auffassung von Ökonomen noch nicht.

HB DÜSSELDORF. „Dabei dürfte es sich in erster Linie noch um Ersatzinvestitionen handeln und weniger um die Erweiterung von Kapazitäten“, sagte der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Bert Rürup, dem Handelsblatt.

Auch mit politischen Maßnahmen hat die Entwicklung nach Meinung von Beobachtern nichts zu tun. „Das ist eine rein zyklische Erholung und kein Verdienst der Politik“, sagte Gebhard Flaig, Konjunkturchef beim Münchener Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung. Aber es bestehe die Chance, dass sich auch aus Ersatzinvestitionen ein selbsttragender Aufschwung entwickle. Flaig bezeichnete bereits eine jährliche Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von mehr als einem Prozent als „Aufschwung“. Die Prognosen der meisten deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute für dieses Jahr schwanken zwischen 0,7 und 0,9 Prozent. Im kommenden Jahr halten sie ein Wachstum von rund 1,5 Prozent für möglich. Bereits zwischen Januar und März waren die Investitionen leicht gestiegen.

Die fünf Weisen halten weiterhin an ihrer Wachstumsprognose für dieses Jahr von einem Prozent fest. „2005 wird es in Deutschland noch keinen Aufschwung geben – sondern nur eine moderate Erholung“, sagte Rürup. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement bekräftigte am Donnerstag die Wachstumsprognose der Regierung, die ebenfalls bei einem Prozent liegt.

Dagegen meinte der stellvertretende Vorsitzende der Unions-Fraktion, Michael Meister, es werde nun schwer, diese Rate noch zu erreichen. Die Stagnation des Wachstums im zweiten Quartal führt er „auf die falsche Wirtschafts- und Finanzpolitik der rot-grünen Bundesregierung“ zurück. Noch im ersten Quartal war das deutsche BIP um 0,8 Prozent gewachsen. Damit korrigierten die Statistiker die zunächst genannte Rate von einem Prozent nach unten.

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