Saisonbereinigte Arbeitslosenzahlen
Westen profitiert stärker als der Osten

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im April unter die psychologisch wichtige Marke von vier Millionen gesunken. Im Jahresdurchschnitt rechnet die Bundesagentur für Arbeit mit 3,8 bis 3,9 Millionen Menschen ohne Arbeit. Während die Erwerbslosenzahl im Westen im vergangenen Monat saisonbereinigt abnahm, stieg sie im Osten an.

HB NÜRNBERG. Im April ging die Zahl der Erwerbslosen auf 3,967 Millionen zurück. Das waren 141 000 weniger als im März und 824 000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) offiziell in Nürnberg mitteilte. Bereits gestern hatte Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) mit der Veröffentlichung vorgegriffen. Die Arbeitslosenquote sank binnen Monatsfrist um 0,3 Prozentpunkte auf 9,5 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 11,5 Prozent gelegen.

Zum ersten Mal hat die Zahl der Arbeitslosen damit in diesem Jahr die psychologisch wichtige Marke von vier Millionen unterschritten. Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise, sagte in Nürnberg, der konjunkturelle Aufschwung habe den Arbeitsmarkt weiterhin kräftig belebt. Das Beschäftigungswachstum setze sich fort. Auch die Zahl der offenen Stellen sei abermals gestiegen.

Wie die Bundesagentur weiter mitteilte, erklärt sich die günstige Situation vor allem mit dem Aufbau sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Diese habe zuletzt bei 26,47 Millionen gelegen. Gegenüber dem Vorjahr sei dies ein Zuwachs um 650 000. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im April sei zwar schwächer gewesen als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Das sei aber auch darin begründet, dass in diesem Jahr weniger Winterarbeitslosigkeit abzubauen war. Gerundet sank die Arbeitslosenzahl im Westen im April um 93 000 auf 2,605 Millionen. Im Osten verringerte sie sich um 49 000 auf 1,362 Millionen.

Die Zahl der Arbeitslosen ist im April in allen Bundesländern zurückgegangen. Die günstigste Entwicklung im Vorjahresvergleich weisen weiterhin Baden-Württemberg und Bayern auf. Den prozentual geringsten Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnen Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

Saisonbereinigt hat sich die Arbeitslosenzahl im April ebenfalls verringert, und zwar um 9 000 auf 3,845 Millionen. Im Westen nahm die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl um 11 000 ab. Dagegen stieg sie im Osten um 2 000 an, berichtete die Bundesagentur für Arbeit.

Auch der Ausblick der Bundesagentur ist positiv, allerdings könnte die Zahl der Arbeitslosen im Winter wieder auf über vier Millionen klettern. „Wir werden in den nächsten Monaten eher unter vier Millionen bleiben. Bei einem starken Winter ist im Dezember nochmal vier Millionen möglich“, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Im Durchschnitt rechnet er für 2007 mit 3,8 bis 3,9 Millionen Menschen ohne Arbeit. „Wenn wir im Mai nochmal eine gute Entwicklung haben, dann geht es eher gegen 3,8“, sagte er.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%