Schätzung für das dritte Quartal
DIW: Deutsche Wirtschaft wächst leicht

Im aktuellen Konjunkturbarometer begründet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung den Anstieg des BIP im dritten Quartal mit dem positiven Produktionsergebnis in der Indusrie im Juli.

HB BERLIN. Die deutsche Wirtschaft dürfte nach Einschätzung von Experten im dritten Quartal die leichte Rezession überwinden. Im Gesamtjahr werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) aber allenfalls stagnieren.

In seinem am Montag veröffentlichen Konjunkturbarometer geht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) von einer Zunahme des realen BIP im dritten Quartal um 0,1 % zum Vorquartal aus. Der Chefvolkswirt der WestLB, Ulrich Hombrecher, sagte, während die Industrie noch schwach sei, zeichne sich vor allem bei den Dienstleistern ein besseres Geschäft ab. Wie Ulrike Kastens, Analystin beim Bankhaus Sal. Oppenheim, warnte er aber vor übertriebenen Erwartungen: „Für das ganze Jahr kommt beim BIP höchstens eine rote Null heraus.“

In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres war das deutsche BIP jeweils zum Vorquartal etwas gesunken. Damit befand sich Deutschland nach gängiger Definition im ersten Halbjahr in einer Rezession. Zur Begründung für ihre günstigere Prognose für das dritte Quartal verwiesen die DIW-Experten auf die im Juli zum Vormonat gestiegene Erzeugung in der Industrie. Im gesamten Produzierenden Gewerbe hatte die Produktion um 2,4 % zugelegt. Der Rückgang der Neuaufträge in der Industrie um 0,1 % im Juli trübe das Bild jedoch wieder ein. Der Dienstleistungsbereich dürfte dagegen mehr erwirtschaftet haben.

Hombrecher und Kastens warnten jedoch davor, vom Juli-Ergebnis bei der Produktion auf das gesamte Quartal zu schließen. „Die Juli-Daten sind völlig überzogen“, sagte Hombrecher. Gründe dafür seien der Aufholprozess nach dem Streik im ostdeutschen Metallgewerbe und der späte Ferienbeginn. Kastens sagte, da Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern im August zeitgleich Ferien hatten, sei bei der Produktion in diesem Monat mit einem Rückschlag zu rechnen.

Dienstleister im Vorwärtsgang

Kastens erwartet dennoch einen positiven Wachstumsbeitrag vom der Industrie im dritten Quartal: „Wir sehen diese Chance.“ Da zudem der Trend im Dienstleistungsgewerbe nach oben zeige, prognostiziere sie ein Plus beim BIP von 0,3 %. Zuletzt hatte der Reuters-Service-Index für August Geschäftszuwächse bei den deutschen Dienstleistern angezeigt.

Die WestLB rechnet dagegen wie das DIW nur mit einem BIP-Zuwachs von 0,1 % im laufenden Quartal. „Von der Industrie kommen noch keine nennenswerten Impulse“, sagte Hombrecher. Der starke Euro im ersten Halbjahr habe zudem die Exporte noch gedämpft. Dieser Effekt werde erst später im Jahr auslaufen. Für das Gesamtjahr erwarten Hombrecher und Kastens eine Stagnation beim BIP. Das DIW erwartet für 2003 ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung zum Vorjahr um 0,1 %.

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