Schlechte Geschäfte
Dienstleister erreichen Stimmungstief

Die Dienstleister in Deutschland sind mit etwas mehr Schwung in die zweite Jahreshälfte gestartet. Dennoch blicken die Unternehmen so pessimistisch in die Zukunft wie seit Ende 2002 nicht mehr. In der gesamten Euro-Zone sieht es nicht besser aus.

HB BERLIN. Die Geschäfte der Dienstleister in der Euro-Zone sind im Juli so schlecht gelaufen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Der RBS/Markit-Service-Index sank auf 48,3 nach 49,1 Punkten im Juni, wie das britische Forschungsinstitut Markit zu seinen endgültigen Daten mitteilte.

Einzig die Dienstleister in Deutschland konnten gegen den Trend zulegen. Die Firmen äußerten Sorgen über die Folgen der Inflation und die schwierigeren Bedingungen in der Euro-Zone, sagte Markit-Volkswirt Tim Moore. Vor allem Finanzdienstleister und das Gastgewerbe schauten skeptisch nach vorne. Derzeit ist die Geschäftstätigkeit jedoch noch gut: Der Markit-Einkaufsmanagerindex stieg um einen auf 53,1 Zähler und liegt damit weiter deutlich über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

In Spanien brach die Branche dagegen erneut am stärksten von den großen Euro-Staaten ein. In Frankreich und Italien fiel der Rückgang so stark aus wie nie zuvor. „Die Daten bestätigen eine dramatische Ausweitung der Schwäche in der Euro-Zone“, sagte der RBS-Chefvolkswirt für die Euro-Zone, Jacques Cailloux.

Die Erwartungen der Dienstleister für ihre Geschäfte in den kommenden zwölf Monate fielen auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Umfrage. Dieser Indexwert fiel auf 49,7 von 55,9 Zählern und rutschte damit unter die 50-Punkte-Marke, ab der er ein Wachstum signalisiert. Erstmals seit zehn Jahren blickten mehr der rund 2000 Manager pessimistisch als optimistisch in die Zukunft. Zu schaffen machen den Unternehmen ausbleibende Neuaufträge, der Wert fiel hier auf 47,7 Punkte von 48,5 Zählern.

Die Unternehmen bauten ihr Auftragspolster ab und reduzierten ihr Personal leicht. Allerdings schwächte sich der Preisdruck etwas von seinem Siebeneinhalb-Jahres-Hoch im Juni ab. Viele Unternehmen versuchten, die höheren Kosten an ihre Kunden weiterzureichen; hier lag der Indexwert aber etwas unter dem Zwei-Jahres-Hoch vom Juni.

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