Schlechte Konjunkturaussichten: US-Konsumklima sinkt auf Rekordtief

Schlechte Konjunkturaussichten
US-Konsumklima sinkt auf Rekordtief

Das Konsumklima in den USA erreicht neue Tiefstände. Der Index von Thomson Reuters und der Universität Michigan für das Verbrauchervertrauen fiel im September überraschend auf 66,6 Punkte von 68,9 Zählern im Vormonat. So niedrig war der Index seit über einem Jahr nicht mehr.
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HB NEW YORK. „Die Verbraucher bewerten die Aussichten für die heimische Wirtschaft nicht mehr so gut“, sagte Umfragechef Richard Curtin am Freitag. Den vorläufigen Berechnungen zufolge ist das der niedrigste Stand seit August 2009. Analysten hatten einen Anstieg auf 70,0 Punkte erwartet.

Der von Anlegern stark beachtete Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das Aufschlüsse über Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher gibt. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus.

Über eine steigende Inflation brauchten sich die Konsumenten in den USA zumindest keine Sorgen zu machen. Wie die jüngsten Daten des Arbeitsministeriums zeigten, verteuerten sich die Verbraucherpreise auch im August nur moderat. Sie kletterten um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat nach 1,2 Prozent im Juli. Analysten hatten mit diesem Anstieg gerechnet. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Preise um 0,3 Prozent.

„Es gibt weder Inflation noch Deflation“, sagte Analyst John Canally von LPL Financial. Das gebe der US-Notenbank Fed Spielraum, frisches Geld in den Wirtschaftskreislauf zu pumpen, um der schwächelnden Konjunktur auf die Sprünge zu helfen. Das drücke die Zinsen für Anleihen. „Das sind gute Nachrichten für Verbraucher- und Immobilienkredite“, sagte Canally.

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  • Mit diesem Ergebnis wurde vorab nicht gerechnet. Das bedeutet, dass zwischen der kognitiven Erwartungshaltung der Statistiker und dem Auswertungsergebnis der Analysten eine Erwartungslücke klafft. bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die Hoffnung auf eine Steigerung um 1,1 Punkte mit einem Abfallen um 2,3 Punkte beantwortet wurde. Damit eröffnet sich das Problem, dass die Statistiker höchstsubjektive Einschätzungen abgeben, die vom Standpunkt der Erwartungshöhe dreimal besser eingeschätzt sind als die wirkliche Situation in Tat und Sache ist. Die für die Organisation bestehenden kognitionsimmanenten Parameter sind damit dysfunktional, sie werden aber gebraucht, um die erforderlichen Schritte einzuleiten, die aus der "in Wirklichkeit" bestehenden Krise heraus führen. Wenn man nur hofft, wo man berechnen muss, da ist man leichtgläubig, vielleicht zweckoptimistisch. Sollten die Verbraucher eben mit derselben Motivation zum Ergebnis des Verbrauchervertrauens beigetragen haben, so ist die Analyse überdies zusätzlich geschönt. Mit dieser angenommenen Projektion klafft eine noch größere Lücke zwischen der kognitiven Erwartungshaltung der Statistiker und der - wirklich - bestehenden Situation. Entscheidend ist das Auswertungsschema und die richtige, in diesem Fall krasse Entwertung vorangegangener Vorhaben, also Vorhaben, die vor der Krise gezielt verfolgt worden sind.

    Dieselben Hoffnungen in Europa, und die Einsicht wird fehlen, der bestehenden Krise auszuweichen. Ohne höhere Steuern/Steuereinnahmen und ohne gezielte private investitionen wird der Deutsche Staat nicht zu halten sein.

    Sicherlich kann so hier und dort Pessimismus ausgrufen werden, wo rational ausgewertet und konstruktiv formuliert wurde. Ein Zweckoptimismus in der gegenwärtigen Situation, nach den vergangenen Jahren, erscheint doch dagegen auch irgendwie deplatziert, oder nicht ?

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