Schlechtes zweites Quartal
Deutsche Wirtschaft wächst nur noch schwach

Nach dem furiosen Jahresauftakt dürfte die deutsche Wirtschaft nach DIW-Einschätzung deutlich langsamer gewachsen sein. Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) rechnet mit einem Einbruch des deutschen Wirtschaftswachstums im zweiten Quartal, blickt aber zuversichtlich in die Zukunft.

HB BERLIN. Für die Monate April bis Juni sei ein Wachstum von 0,2 Prozent zu erwarten, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Für das dritte Quartal rechnen die Berliner Forscher mit 0,3 Prozent. Angesichts zuletzt schwächerer Zahlen bei der Produktion und dem Auftragseingang zeichne sich für das Produzierende Gewerbe erstmals seit vier Jahren ein Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität ab. „Die Bauwirtschaft dürfte nach dem Auf und Ab in den beiden Vorquartalen einen ruhigen Sommer erleben, in dem die Wirtschaftsleistung praktisch stagniert“, heißt es im DIW-Konjunkturbarometer weiter.

Finanzminister Steinbrück geht von einer Stabilisierung im weiteren Jahresverlauf aus. Steinbrück sagte am Donnerstag in Berlin: „Wir werden ein schlechtes zweites Quartal haben.“ Danach werde sich das Wachstum im dritten und vierten Quartal wieder verstetigen.

Experten wie dem Bundesbankpräsidenten Axel Weber zufolge könnte das von der Regierung angenommene Wachstum von 1,7 Prozent in diesem Jahr übertroffen werden. Auch die Prognose von 1,2 Prozent für das kommende Jahr sei „nicht irreal“, sagte der SPD-Politiker. Nicht die Leistungskraft der deutschen Wirtschaft nehme ab, es gebe aber Probleme bei der Auslastung ihres Potenzials.

Der Bereich Handel, Gaststätten und Verkehr wird laut DIW im dritten Quartal voraussichtlich wieder etwas Fahrt aufnehmen und um 0,6 Prozent expandieren. Gut zwei Drittel des Wachstums im dritten Quartal steuern demnach die anderen Dienstleistungssektoren bei; die unternehmensnahen Dienstleistungen wachsen um 0,6 Prozent, während die öffentlichen und privaten Dienstleistungen um knapp 0,3 Prozent zulegen.

Zuvor hatte auch das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) eine wirtschaftliche Delle prognostiziert. Im späteren Verlauf des Jahres und 2009 dürfte die Wirtschaft aber wieder anziehen, schrieben die Forscher. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück rechnet für kommendes Jahr ebenso wie das DIW mit einem Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1,2 Prozent.

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