Schlüsselbranchen erwarten höhere Inlandsnachfrage
Unternehmen verschieben Investitionen

Die deutschen Unternehmen haben im ersten Halbjahr unerwartet wenig investiert. Das belegen Zahlen des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag. Schlüsselbranchen der deutschen Wirtschaft sehen dennoch Anzeichen dafür, dass der Exportboom im zweiten Halbjahr die Investitionen in Schwung bringt. Dies gilt als zentrale Voraussetzung für einen nachhaltigen Aufschwung und eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt.

gil/ost DÜSSELDORF. Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer rechnen mit steigenden Wachstumsimpulsen aus dem Inland. Im ersten Halbjahr lagen die Bestellungen aus dem Inland bereits um 13 Prozent höher als noch im Jahr zuvor. „Dies ist mehr als erwartet“, sagte Olaf Wortmann, Konjunkturexperte beim Branchenverband VDMA. Die Gründe für die steigende Inlandsnachfrage sieht Wortmann in der verbesserten Ertragslage der Unternehmen, den optimistischeren Aussichten und dem Nachholbedarf. „Der Nachholbedarf bei den Investitionen bringt die Inlandsnachfrage auf Touren“, sagte der Konjunkturexperte. Es sei mehr als nur ein Strohfeuer zu erwarten.

Bislang blieben die Investitionen allerdings noch weit hinter den Erwartungen zurück. Die deutsche Konjunktur wurde nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auch im zweiten Quartal hauptsächlich von den Ausfuhren getrieben. Dagegen lagen die Ausrüstungsinvestitionen im zweiten Quartal mit 36,92 Mrd. Euro auf dem Stand von 1998. Gegenüber dem ersten Quartal stagnierten sie. „Hier hatten wir einen deutlichen Zuwachs erwartet“, sagte Stefan Bielmeier von der Deutschen Bank. „Der deutsche Konjunktur-Motor läuft immer noch nur auf einem Pott, dem Export“, sagte Ulrich Hombrecher, Chefvolkswirt der WestLB.

Viele Unternehmen haben in den vergangenen Jahren Investitionen zurückgestellt. Um technologisch nicht den Anschluss zu verlieren, müssten diese Investitionen nun nachgeholt werden, warnte der VDMA. Fertig besprochene Projekte könnten jetzt relativ schnell aus der Schublade geholt werden, sagte VDMA-Konjunkturexperte Wortmann.

Die wieder bessere Auftragslage hat bei vielen Maschinenbauern die Auslastung verbessert. Sie liegt jetzt knapp unter 86 Prozent. Als optimal für die Branche gelten 86 bis 88 Prozent. Die Produktion stieg im ersten Halbjahr beim Maschinen- und Anlagenbau um 3,8 Prozent. Der Maschinen- und Anlagenbau ist mit einem Umsatz von 132 Mrd. Euro im Jahr 2003 die drittgrößte deutsche Industriebranche nach der Autoindustrie und der Elektrotechnik, mit 864 000 Beschäftigten aber der größte industrielle Arbeitgeber.

Seite 1:

Unternehmen verschieben Investitionen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%