Schnelltender
EZB schießt nochmals Geld in den Markt

Die EZB geht auf Nummer sicher: Obwohl sie die Bedingungen am Geldmarkt inzwischen als „nahezu normal“ einstuft, hat die Zentralbank weitere Liquidität in den Markt geschossen. Die großen Zentralbanken im asiatisch-pazifischen Raum haben dagegen begonnen, überschüssige Liquidität aus dem Geldmarkt zu nehmen.

HB FRANKFURT/SINGAPUR. Der EZB-Schnelltender am Dienstag war mit einer Laufzeit von einem Tag und einem Mindestsatz von 4,00 Prozent ausgeschrieben worden. 41 Bieter haben sich beteiligt. Der Durchschnittszins lag bei 4,07 Prozent und der Marginalsatz - der niedrigste Satz, zu dem noch Gebote angenommen wurden - ebenfalls bei 4,07 Prozent. Die EZB drückte 7,7 Milliarden Euro in den Markt.

Am Montag hatte die EZB Offenmarktkredite für einen Tag in Höhe von 47,665 Milliarden bereitgestellt. Auch Ende vergangener Woche hatte sie dem Geldmarkt Mittel in zweistelliger Milliardenhöhe zur Verfügung gestellt. Seit Donnerstag hat die EZB aber die Dosierung ihrer Finanzspritzen kontinuierlich gedrosselt, was auf eine Normalisierung am Geldmarkt hindeutet.

Zuvor hatten sowohl die Bank of Japan (BoJ) als auch die Reserve Bank of Australia (RBA) dem Finanzsystem Mittel entzogen oder ihm weniger Liquidität zugeführt, als es routinemäßig erforderlich gewesen wäre. Japans Notenbank entzog dem Geldmarkt in zwei Tranchen Liquidität in Höhe von insgesamt 1,6 Bill. Yen, nachdem der Tagesgeldsatz am Morgen mit 0,06 Prozent deutlich unter den BoJ-Zielwert von 0,50 Prozent gelegen hatte. „Die Sätze waren am Morgen sehr niedrig, daher war es eine normale Reaktion, die überschüssige Liquidität zu absorbieren“, sagte ein Sprecher der Notenbank.

Australiens Notenbank sorgte ebenfalls für eine Normalisierung der Geldmarktbedingungen. Die RBA speiste über Repo-Geschäfte zwar Mittel in Höhe von 2,608 Mrd. AUD ein, allerdings lag der gemeldete Liquiditätsbedarf bei 3,184 Mrd. AUD.

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