Schulden-Lösung
IWF warnt USA vor einem Sparwahn

Der Internationale Währungsfonds spricht klare Worte: Amerika muss seine Schuldenobergrenze erhöhen. Sonst drohe den internationalen Finanzmärkten ein „ernsthafter Schock“.
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WashingtonDie USA sind hoch verschuldet und müssen sparen – doch in seinem jüngsten Papier warnt der IWF davor, beim Sparen zu übertreiben. Für Washington bestehe die Herausforderung darin, einerseits die öffentlichen Finanzen nachhaltig zu konsolidieren, aber gleichzeitig die zerbrechliche Konjunktur nicht zu gefährden, heißt es in einer gestern veröffentlichten Einschätzung zu den USA. Dabei rät der Fonds der US-Regierung, nicht zu schnell und zu drastisch bei den Ausgaben einzuschneiden, sondern kontinuierlich über einen langen Zeitraum Einsparungen vorzunehmen. Das sei nötig, um einen „ernsthaften Schock“ für den immer noch anfälligen Aufschwung und die internationalen Finanzmärkte zu vermeiden, erklärte der IWF am Mittwoch.

Unmissverständlich sprechen sich die Experten des Weltwährungsfonds dafür aus, die Schuldenobergrenze in den USA zu erhöhen, „um einen Schock für die Wirtschaft und die globalen Finanzmärkte zu vermeiden“. Damit bezieht der Fonds in der anhaltenden hitzigen Debatte darüber, ob der US-Kongress der Anhebung zustimmen soll, klar Position – ein bislang für den IWF eher ungewöhnliches Verhalten.

Der IWF empfiehlt den USA, mit der Defizitreduzierung im Budget für das Jahr 2012 zu beginnen und zwar mit einer jährlichen Rate von 1,5 Prozent des BIP. Nach dieser Rechnung hätte sich der Anstieg der Verschuldung gegen 2016 stabilisiert, danach könne der eigentliche Abbau einsetzen. Damit die Schulden in der Folge nicht wieder ansteigen, müssten jedoch die Sozialsysteme reformiert werden, die durch eine alternde US-Bevölkerung und steigenden Ausgaben für die Krankenversicherung belastet würden. Dabei rät der Fonds auch dazu, sich zusätzliche Einkommensmöglichkeiten durch Einführung einer nationalen Umsatzsteuer zu schaffen.

Kritisch beurteilt der IWF die Budgeteinsparungen, die in der amerikanischen Haushaltsdebatte im Februar vorgeschlagen worden waren. Diese belasteten die Konjunktur zu stark, seien aber gleichzeitig unzureichend, um bis zur Mitte des Jahrzehnts die Verschuldung zu stoppen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Markus Ziener ist Korrespondent in Washington.
Markus Ziener
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Obama spokesperson:

    The president is confident that now after DSK has been replaced with a new IMF head, our money printing efforts may continue in order to finalize the distruction of the world financial system.

    We congratulate Ms Lagarde and welcome her in our common effort.


  • Fuck You IMF !

    We Germans buy physical gold bullion.

  • mag ja sein, dass sich geschichte wiederholt, aber immer mit einem faden beigeschmack. ich glaube nicht ganz daran, dass die die goldwerte praktisch wertlos machen. und auch der dollar wird keine welt-leitwährung mehr. ich denke, china und indien sind schon viel zu mächtig geworden und lassen sich das nicht so gefallen. aber es gibt tatsächlich eine gefahr, die real ist: wenn diese beiden länder und der arabische raum eine allianz schmieden, dann könnte es bitter für die usa und natürlich auch dann für europa werden. die derzeitigen "revolutionen" im arabischen raum könnten tatsächlich von den usa gelenkt werden, da diese sich erhoffen, diese geplanten allianzen zu stören. china ist hungrig nach rohstoffen und sie wollen einen teil vom kuchen abhaben. am besten den mit dicker sahne drauf. in 1-2 jahren wird sich zeigen, was die chinesen genau planen. man hätte dem land nicht trauen sollen. schließlich sind sie derzeit an vielen krisenherden mitbeteiligt: siehe sudan, nigeria, somalia usw. jeder weiss es, aber keiner traut sich was zu sagen, weil man weiss, dass die es als provokation verstehen würden und unmissverständlich klar machen würden, was sie als atommacht davon halten.

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