Schuldenkrise EZB-Banker befeuert Debatte über Hilfe für Pleitestaaten

Im Kampf gegen die Schuldenkrise findet die EU keine gemeinsame Linie. Luxemburg und Italien wollen angeschlagene Staaten über eine Euro-Anleihe mit frischem Geld versorgen. Deutschland lehnt dies genau so strikt ab wie eine Vergrößerung des Euro-Rettungsschirms. Nun prescht ausgerechnet ein Mitglied des EZB-Direktoriums vor.
16 Kommentare
EZB in Frankfurt: Schuldenkrise und kein Ende. Quelle: dpa

EZB in Frankfurt: Schuldenkrise und kein Ende.

(Foto: dpa)

HB BRÜSSEL. EZB-Ratsmitglied Guy Quaden hat sich in der Schuldenkrise Forderungen nach einer Ausweitung des Euro-Rettungsschirms angeschlossen. „Ich wäre persönlich dafür“, sagte Quaden am Montag in Brüssel vor Journalisten. Der Chef der belgischen Notenbank hat Sitz und Stimme im Entscheidungsgremium der Europäischen Zentralbank (EZB). Einziger Sprecher des Rats ist jedoch Präsident Jean-Claude Trichet, der sich zu dem Thema bislang bedeckt gehalten hat.

Quaden positioniert sich mit seiner Haltung gegen die Bundesregierung in Berlin, die eine Aufstockung der Rettungshilfen für schuldengeplagte Eurostaaten ablehnt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und Belgien haben sich kurz vor dem Treffen der Euro-Finanzminister hingegen für eine Vergrößerung des Rettungsschirms für schuldengeplagte Mitgliedsländer starkgemacht.

Die Finanzminister der Euro-Gruppe wollten am Montagabend zu Beratungen in Brüssel zusammenkommen. Nach Einschätzung des belgischen Ressortchefs Didier Reynders dürfte dabei das Thema Rettungsschirm zur Sprache kommen.

Die Schuldenkrise in der Euro-Zone hatte sich zuletzt verschärft, nachdem Irland Kredithilfen in Höhe von 85 Milliarden Euro aus dem bis 2013 aufgespannten 750-Milliarden-Euro-Rettungsschirm beantragt hatte. Über einen Garantierahmen - kurz EFSF genannt - steuern die Europartnerländer dazu insgesamt 440 Milliarden Euro bei.

Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker hat erneut die Einführung einer gemeinsamen europäischen Staatsanleihe gefordert. Zugleich schlug der luxemburgische Premierminister Juncker in einem Gastbeitrag mit Italiens Finanzminister Giulio Tremonti in der „Financial Times“ vor, eine Europäische Schuldenagentur zu schaffen. Diese könnte gemeinsame Anleihen begeben und ihre Arbeit noch in diesem Jahr aufnehmen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

16 Kommentare zu "Schuldenkrise: EZB-Banker befeuert Debatte über Hilfe für Pleitestaaten"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • uns reichts langsam von Juncker und Konsorten..

  • Erstaunlich ist die Art wie die deutsche Media, auch das Handelsblatt, über die Finanzkrise berichten.
    "Pleitestaaten" oder ähnliche primitive Ausdrucksweise sind Gang und Gäbe. Merkwürdigerweise nur in den deutschen Media. in keinem anderen EU-Land wird der Maßen primitiv argumentiert. ist das die sogenannte Deutsche Leitkultur" oder sind die Deutsche immer noch die barbaren Europas?

  • @Profit
    [4] Profit

    "belgien? Gibt es diesen Staat überhaupt noch? Wenn ja, wird es höchste Zeit, daß er verschwindet. im gleichen "Aufwasch" kann man dann auch das "Problem" Luxemburg erledigen.." Das waren doch ihre Worte. Genau das haben wir schon mal versucht ... am 10.05.1940. Ziemlich genau fünf Jahre später wurde uns dann die Quittung präsentiert. Um genau diese Art von Problemlösung zu verhindern, wurde die EU gegründet und der Euro eingeführt.
    Die EU hat den Krieg in die Verhandlungsräume in brüssel verlegt (siehe die "schreienden Finanzminister" und den "boxring"-Kommentar eines nicht ganz unwichtigen Politikers). Wie das beispiel Jugoslawien schön gezeigt hat, können diese "Kriege" auf dem Verhandlungswege sehr schnell wieder auf die Straße verlegt werden. - Am schnellsten durch die Abschaffung des Euro.

  • bis das blauäugige Mädel aus der Uckermark das EURO-Spiel-Casino versteht, haben die Partyländer unsere Hilfmilliarden längst abgefeiert !

  • Papperlapapp - Griechenland ist pleite !
    Fiddlesticks - Portugal é um busto !
    Even Eire is on the rocks !
    Fiddlesticks - belgi´e` is blut !
    [10] Verstehe!
    Wer trägt dann Schuld an der übergroßen Kapitalfülle seit mehr als einem Jahrzehnt?
    Wer soll für die vor mehr als 5 Jahren vorgenommene Zinserhöhung in den USA die Verantwortung übernehmen?
    Die Antworten sind müßig.
    Da aber die bundesrepublik Deutschland zehn neue Gelddruckmaschinen bei der Fa. Ruland in Auftrag gab, dürfte doch bezüglich des Verwendungszwecks doch Einhelligkeit bestehen.
    Stellen Sie sich bitte vor, es sei 2030 und müßten sich mit der historischen Aufarbeitung dieser Tage beschäftigen. Wenn, wie ich fürchte, diese Welt radikalisiert, wird ein Rettungsschirm in die Geschichte eingehen, als das Werkzeug, mit dem Regierungen sich der Mensch gewordenen Pein in Gestalt eines "bankers" befreien werden.
    Drehen Sie mit mir den Spieß bitte um: Wer sind die Hochverräter am eigenen Volk? Leute wie Juncker, Quaden, Trichet, die für ihr Heimatland eine Fortführung dieser Europapolitik und einer Transferunion fordern, oder diejenigen Regierungen, die diesen Forderungen nachgeben?

  • Die Frau muss weg. Sie weiss garnicht, was da gespielt wird. Sie und ihr unterbelichteter Finanzminister haben schon Generationen deutscher Schuldenmilliarden für die Verschwenderstaaten verpfändet - und sehen nicht, dass das deutsche Volk diese Wahnsinnsbürgschaften nicht erarbeiten WiLL . 100 Jahre lang wurde es von Propagandaministern und Medien kommandiert, billig Arbeit abzuliefern - wohin und wofür auch immer. Das internet als Gottesgeschenk macht zumindest die Medien-Manipulation als politische Komponente weniger wirksam. Endlich kann artikuliert werden was wir WOLLEN und nicht nur das, was wir - nach Meinung des berliner Gutmensch-Syndikats - SOLLEN .

  • Als sogenannter Kapitalist muss ich den meisten Teilnehmer in diesem Forum Recht geben. Die EU und der Euro ist gescheitert. Natürlich verfolge ich täglich die Nachrichten und Daten bezgl. dieser Thematik. ich kann und will einfach nicht verstehen was für schwerwiegende Fehler hierbei von Tag zu Tag begangen werden. Seit Jahrzehnten wurden die Kapitalmärkte aufgebläht und manipuliert; was wir nun sehen sit die große Rechnung oder besser gesagt die größte Korrektur aller Zeiten. Wir müssen diese Korrektur früher oder später über uns alle ergehen lassen. Es hilft nichts dieses kaputte System weiter aufzublähen, denn diese Methode verschiebt den Kollaps nur nach hinten. Je weiter wir dieses durch Gelddrucken nach hinten ziehen umso schmerzhafter (teurer) und länger dauert das Ganze.
    Was in Europa passiert ist sowieso der größte Witz. Z.bsp. irland: Hier wird ein Land dazu genötigt unter den Rettungsschirm zu schlüpfen. Oder vereinfacht ausgedrückt: " irland geht auf die EU zu und sagt -Es tut uns Leid aber wir können unsere Schulden nicht mehr begleichen, weder die kurzfristigen noch die langfristigen;- Die EU erwidert -Kein Problem wir geben euch Kredite, dann passt ja alles!- irland sagt- Aber dann müssen wir nächstes Jahr noch mehr abstottern, wie soll das gehen? Wir können unsere kurzfristigen Schulden nicht mehr zahlen!- EU erwidert- Kein Problem, dann bekommt ihr nächstes Jahr noch mehr Kredit!!""

    Und so würde es immer weiter und weiter gehen bis das Geld nicht mal mehr das Papier wert ist, worauf es gedruckt wurde. Was momentan passiert ist aus meiner Sicht die größte insolvenzverschleppung aller Zeiten. ich kann mich noch gut daran erinnern, als der große Teil des Aufsichtsrates und Vorstands der KFW entlassen wurden mit den dazugehörigen Gerichtsverfahren. Auslöser war eine 300 Mio. € Zahlung der KFW an Lehman brothers am Tag der Lehman-insolvenz. Wessen Politikerköpfe werden rollen, wenn die EU in ein bereits insolventes Land zahlt (bsp. Griechenland und irland, welche ihre Schulden niemals bedienen können - alleine die zukünftigen Zinslasten können garnicht mit den zukünftigen Einnahmen, bei unterstellten moderaten Wachstum, bei diesen beiden Ländern abgegolten werden! Somit wächst der Schuldenberg von Jahr zu Jahr bei diesen exemplarischen Ländern, ohne dass diese eine Neuverschuldung generieren!! Das ist doch Wahnsinn!! Wie kann man solche Transferzahlungen überhaupt zulassen!! ich könnte noch Stunden weiter schreiben und das ganze Schlamassel skelletieren.
    bitte überlegt euch alle mal, wo dieses enden soll!!
    Wir müssen alle die Korrektur über uns ergehen lassen und von einem niedrigeren Wohlstandsniveau von neuem beginnen. betrachtet Euch doch nur mal den globalen Derivatemarkt; hier wird geschätzt dass das weltweite Volumen an Derivaten das 12- bis 15-Fache des Welt biP darstellt. D.h. die Welt wurde bereits 12 bis 15 mal verkauft. Alles schön und gut wenn das Vertrauen der Märkte weiter da ist. Aber was nun passiert ist der größte Vertrauensverlust aller Zeiten. Nun wollen alle ihr Anteil an der Welt haben (in physischer Form), aber nur weniger als 10% der Forderungen existieren auch. Dies ist das Problem was wir haben!!!!

  • Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker hat erneut die Einführung einer gemeinsamen europäischen Staatsanleihe gefordert.

    Der Witz des Tages! Das nächste Vertuscherpapier!

  • die bundesregierung wird und muss nachgeben!! Hat es jemals eine Verhandlung gegeben wo unsere Regierung standhaft geblieben ist?
    Nur eine politische Wende koennte Deutschland vor dem Ruin retten, nicht unsere Politelite im Reichstag.

  • "Der iWF spricht sich deshalb dafür aus, den Rettungsschirm zu vergrößern und flexibler zu handhaben - etwa für die Unterstützung von banken." Da läßt der iWF dann doch mal die Hosen runter und sagt mittlerweile sogar ganz unverblümt wofür der ganze Mist überhaupt gut ist: für die banken. Jetzt nicht nur indirekt über die erzwungene (siehe irland) Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit gestrauchelter Schuldnerländer, sondern nun auch direkt per Rettungsschirm-Geldspritze ! Ja so hätte der verlängerte Arm der Wallstreet namens iWF das gerne.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%