Schwacher Ausblick
Deutsche Wirtschaft bangt mit China

Mit seiner lockeren Geldpolitik hat China die Weltwirtschaft in der Euro-Krise gestützt. Nun zieht die Zentralbank die Zügel an und sorgt für Unruhe an den Märkten. Dabei steht für deutsche Unternehmen viel auf dem Spiel.
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DüsseldorfDer neue chinesische Ministerpräsident Li hat gleich zu Beginn seiner Amtszeit der chinesischen Börse einen Schreck eingejagt. Seine Ankündigung, den Banken kein zusätzliches Geld zu geben, hatte in der vergangenen Woche die Kurse an der Börse in Shanghai einbrechen lassen. Die lockere Gelpolitik Chinas, die vor allen Dingen zur Stärkung der Binnenkonjunktur beitragen sollte, fand damit ein jähes Ende. „Die Geldpolitik war in der Vergangenheit eine entscheidende und stimulierende wirtschaftliche Stütze. Durch die Äußerungen von Bernanke und Li wird sie zunehmend zu einem Unsicherheitsfaktor“, sagt Simon Junker, Konjunkturexperte des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin.

China ist der drittwichtigste Handelspartner Deutschlands. Seit der Euro- und Finanzkrise haben sich die deutschen Exporte nach China auf fast 70 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. „Für einige Branchen, wie Maschinenbau und Elektrotechnik, ist China der wichtigste Markt“, sagt Hannah Levinger, Expertin für Schwellenländer bei der Deutschen Bank Research.

Besonders der Automarkt in China ist in den vergangenen zehn Jahren im Schnitt um 26 Prozent gewachsen – und damit deutlich stärker als die Wirtschaft insgesamt. Im Premiumbereich, wo deutsche Hersteller dominieren, betrug das Wachstum sogar 36 Prozent. Für die Entwicklung bis 2020 gehen Marktforscher von weiteren 12 Prozent jährlichem Wachstum aus.

Nicht nur im Export ist China ein wichtiger Handelspartner für Deutschland. Auch Investitionsströme deutscher Unternehmen werden von den konjunkturellen Schwankungen in China beeinflusst. „Die deutschen Unternehmen haben derzeit hohe Kapitalpolster. Die Unsicherheit an den Märkten verschleppt jedoch Investitionen“, erklärt DIW-Experte Junker.
Der Geschäftsführer der deutsch-chinesischen Wirtschaftsvereinigung (DCW), Rainer Gehnen, sieht derzeit aber noch keinen Grund zur Sorge: „Die Entwicklung deutsch-chinesischer Handelsbeziehungen ist letztlich sehr branchen- und sogar unternehmensspezifisch.“

Entscheidend für die Entwicklung der Handelsbeziehungen seien weniger die kurzfristigen als vielmehr die langfristigen Wachstumsaussichten. „Die wachsende urbane Mittelschicht in China ist langfristig ein stützender Faktor für den bilateralen Handel. Die fortschreitende Technologisierung in China könnte dennoch in einzelnen Branchen zu verstärkter Konkurrenz führen“, sagt Levinger.

Annika Reinert
Sabine Bernard
Handelsblatt / Praktikantin

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  • Das Problem, an dem die gesamte Welt krankt, heißt verzinstes Schuldgeldsystem der privat Bankster!

    Dass die Lage nun eskaliert und uns um die Ohren fliegt, liegt ganz einfach daran, dass keine einzige Partei – ganz gleich ob rechts, links, Mitte, - sich traut die wahre Ursache jemals anzugehen: nämlich das verzinste Schuldgeldsystem!!

    Privatbanken bzw. deren Eigentümer haben das Geldmonopol und schaffen Schuldgeld ( per Kredit ) aus dem nichts und verschulden/versklaven damit die ganze Menschheit!!!

    Die wichtigste Frage lautet: Wie entsteht Geld?

    Geld = Schuld

    Geld entsteht nur über Kredit!!!

    Jedem Euro/Dollar/Yuan Guthaben steht ein Euro/Dollar/Yuan Schulden gegenüber!!

    Das verzinste Schuldgeldsystem benötigt immer mehr Schulden ( Neues Geld um die Zinsen zu zahlen )um weiter existieren zu können.

    Jeder der das das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" suchen.

    Lösung?

    Ein neues Geldsystem weg vom Schuldgeld der Privatbanken!

    Man kann das "Schuldgeldsystem" der Bankster auch anders beschreiben:

    Die Schlauen leben von den Dummen und die Dummen von der Arbeit!!!

  • Die Liquidität wird man in China wohl sicherstellen. Das ändert aber nichts daran, dass die Verschuldung der Kommunen ein Riesenproblem für die weitere Entwicklung darstellt. Das muss zwangsweise auf die Gesamtwirtschaft durchschlagen.

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