Schwacher Industrie-Auftragseingang
Neue Anzeichen für Abschwächung der US-Konjunktur

Eine unerwartete Abkühlung der US-Dienstleistungsbranche und ein schwacher Auftragseingang in der Industrie haben eine Abschwächung der US-Wirtschaft signalisiert. Am Finanzmarkt schürte dies Hoffnungen, dass die US-Notenbank in der kommenden Woche die Zinsen nicht erhöht.

HB NEW YORK. Der viel beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) sank auf 54,8 Punkte von 57,0 Punkten im Juni, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nicht mit einer Veränderung gerechnet.

Mit einem Stand von über 50 Zählern signalisiert der Index eine weiter expandierende Geschäftstätigkeit des Sektors, der 80 Prozent der US-Wirtschaft ausmacht und zu dem etwa Banken, Hotels und Fluglinien gehören. Auch in der Industrie blieb der Auftragseingang im Juni mit einem Plus von 1,2 Prozent deutlich hinter den Erwartungen zurück.

„Das ist ein weiterer Grund für die Fed, die Zinsen nicht zu erhöhen“, sagten Volkswirte. Die US-Währungshüter entscheiden am kommenden Dienstag, ob sie die Geldpolitik in den USA zum 18. Mal in Folge straffen oder nicht. Diesmal sind Analysten geteilter Meinung, ob der US-Leitzins noch einmal um 25 Basispunkte auf 5,5 Prozent steigt oder bei 5,25 Prozent bleibt.

Die unerwartete Abkühlung im US-Dienstleistungsgewerbe löste am Rentenmarkt einen Rückgang der Renditen aus. Bereits Ende vergangener Woche wurde bekannt, dass sich das jährliche US-Wirtschaftswachstum im Frühjahr mit 2,5 Prozent gegenüber dem Jahresanfang mehr als halbiert hat.

Gleichzeitig zeigte der Dienstleistungsbericht jedoch, dass die Branche wieder vermehrt Personal einstellt und unter rasant steigenden Kosten leidet. Der Beschäftigungs-Index kletterte auf 54,5 von 52,0 Zählern, der Preis-Index stieg auf 74,8 von 73,9 Punkten. Hauptgrund für die Abschwächung der Dynamik war eine Verlangsamung des Auftragseingangs. Das entsprechende Barometer sank auf 55,6 von 56,6 Zählern.

Auch in Deutschland und Europa schwächte sich das Wachstum der Branche im Juli unerwartet deutlich ab. Der RBS/NTC-Einkaufsmanagerindex (EMI) für Deutschland sank nach Angaben des britischen Forschungsinstituts NTC auf 56,1 von 61,0 Punkten. Hier war vor allem das Ende des Schubs von der Fußball-WM für den Rückgang verantwortlich.

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