Schwaches Wachstum
Neue Nackenschläge für die US-Wirtschaft schocken Investoren

Die Horror-Nachrichten für die weltgrößte Volkswirtschaft nehmen kein Ende. Zum Schuldenstreit gesellen sich nun auch miese Konjunkturdaten. Das US-Wachstum schwächelt, und auch die Industrie sendet kein Hoffnungssignal.
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WashingtonDie US-Wirtschaft ist im ersten Halbjahr überraschend schwach gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft stieg von April bis Juni zwar mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 1,3 Prozent, wie das Handelsministerium am Freitag nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Analysten hatten für das zweite Quartal im Schnitt aber mit einem annualisierten Anstieg von 1,8 Prozent gerechnet. Zudem revidierte die Behörde das Wachstum aus dem ersten Quartal 2011 und von Ende 2010 deutlich nach unten. Vor allem die Konsumenten zeigten sich geizig. Die Nachricht sorgte an den internationalen Finanzmärkten für Abschläge.

„Das sind erschreckend niedrige Zahlen“, sagte Analyst Tim Ghriskey von Solaris Asset Management. „Die Revision des ersten Quartals ist aber noch schockierender.“ Anfang 2011 hatte die Konjunktur nur um 0,4 Prozent zugelegt - und nicht wie ursprünglich gemeldet um 1,9 Prozent. Im vierten Quartal 2010 lag das Wachstum zudem nur bei 2,3 (bisher gemeldet: 3,1) Prozent. Ein Rückfall in die Rezession lasse sich aus den Daten aber nicht ableiten, betonte Ghriskey.

Der deutsche Aktienleitindex Dax weitete nach den überraschend schwachen Daten seine Verluste aus, der Goldpreis zog an und der Ölpreis fiel. Die Wall Street eröffnete im Minus: Der Dow-Jones-Index gab in den ersten Handelsminuten rund ein Prozent ab.

Derzeit verhindert vor allem der schwache Arbeitsmarkt ein stärkeres Wachstum. Die US-Verbraucher, die für rund 70 Prozent der Wirtschaftsleistung aufkommen, hielten sich merklich zurück und gaben nur 0,1 Prozent mehr aus als im Vorquartal. Für langlebige Güter gaben sie sogar 4,4 Prozent weniger aus. Während die Investitionen um 6,3 Prozent kletterten, stiegen die Exporte um sechs und die Importe um 1,3 Prozent.

Zuletzt hatte die US-Notenbank betont, dass die Erholung zu Anfang des zweiten Halbjahres an Tempo verloren habe. Sollte sich die Konjunktur in den USA stärker abkühlen als erwartet, dürfte dies auch die globale Wirtschaft bremsen.

Weltweit sorgen sich die Finanzmärkte derzeit vor allem über ein hausgemachtes Problem, das die US-Politik bisher nicht lösen konnte: Republikaner und Demokraten ringen erbittert um eine Anhebung der Schuldenobergrenze des Landes. Sollte dies bis zum Dienstag nicht gelingen, drohen Turbulenzen an den internationalen Märkten und die USA könnten ihr Top-Rating als Schuldner verlieren. Analyst David Semmens von Standard Chartered sagte zu den enttäuschenden BIP-Daten: „Man kann nur hoffen, dass dies die Leute in Washington dazu bringt, den Schuldenstreit so schnell wie möglich zu lösen.

Kommentare zu " Schwaches Wachstum: Neue Nackenschläge für die US-Wirtschaft schocken Investoren"

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  • Ich kann meinen Vorkommentatoren leider nur beipflichten:
    Das Handelsblatt war für mich (auch online) tägliche Pflichtlektüre, aber mit solchen Headlines und Inhalten hat sich das bald erledigt für mich.
    Sehr schade!

  • Hallo zusammen

    Amerika ist schon seit 10 Jahren Pleite und wer das nicht mitbekommt sollte wieder bei Klasse 1 anfangen.

    Japan ? Was für ein Gedanke ist auch Pleite und wer das nicht mitbekommt sollte bei Klasse 0 anfangen.

    MfG goldono

  • USA fehlt der Mut, keine Einigung zu erreichen? Dann eben keine Grossmacht mehr.

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