Schwächere Importnachfrage: Chinas Wirtschaft kühlt sich ab

Schwächere Importnachfrage
Chinas Wirtschaft kühlt sich ab

China ist derzeit die wichtigste Stütze der Weltwirtschaft. Doch auch dort hat sich der Handel im Dezember deutlich abgeschwächt. Im schwelenden Handelskonflikt mit den USA könnte es nun aber eine Entspannung geben.
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PekingChinas Handelszuwachs hat sich im Dezember überraschend deutlich abgeschwächt. Den am Dienstag vorgelegten Daten zufolge ging die Nachfrage im In- und auch im Ausland zurück und bescherte Peking die
geringsten Zuwächse seit mehr als zwei Jahren. Die Exporte blieben im Dezember mit einem Plus von 13,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr leicht unter den Erwartungen von Volkswirten. Im November
hatte das Plus noch 13,8 Prozent betragen. Die Zuwachsrate bei den Importen halbierte sich gegenüber dem November-Wert nahezu auf 11,8 Prozent. Dies lag deutlich unter den erwarteten 17 Prozent. Im November hatte der Zuwachs noch 22,1 Prozent betragen. Der chinesische Handelsüberschuss stieg im Dezember auf 16,5 Milliarden Dollar.

Die schwächere Nachfrage nach Importen spiegelt das nachlassende inländische Wirtschaftswachstum wider, nachdem die Regierung strengere Regeln für die Kreditvergabe erlassen hatte, um eine Überhitzung des Marktes zu verhindern. Angesichts der wirtschaftlich schwierigen Lage der westlichen Industrieländer änderte die Regierung ihren Kurs jedoch und sagte Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft zu.

Auf Jahressicht fiel der chinesische Handelsüberschuss auf 155 Milliarden Dollar - den niedrigsten Wert seit 2005. Damit dürfte der Druck zu einer weiteren Aufwertung der Landeswährung Rinminbi etwas abnehmen. Vor allem die USA fordern seit langem, dass China eine stärkere Aufwertung des Rinminbi zulassen soll. Der vergleichsweise niedrige Wechselkurs des Rinminbi hilft chinesischen Exporteuren und macht ihren amerikanischen Konkurrenten das Leben schwer.

Im Dezember hatte das US-Finanzministerium in einem Report angeprangert, dass der Rinminbi nicht ausreichend aufgewertet habe. Am heutigen Dienstag trifft US-Finanzminister Timothy Geithner zu einem zweitägigen Besuch in Peking ein. Dabei geht es auch um Handelsfragen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
Mallien Jan
Jan Mallien
Handelsblatt / Geldpolitischer Korrespondent

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  • Ich frage mich zunehmend, ob im Handelsblatt Informationen nur noch aus dem dpa-Nachrichtenverteiler kommen, oder ob auch noch redaktionelle Eigenleistung vorliegt.

    Die Fleischeinlage in dieser Meinungssuppe jedenfalls ist extrem dürftig und stammt offenbar nicht mehr aus eigener Recherche.

  • CHINA ALS URSACHE FÜR WELTWEITE WIRTSCHAFTSABSCHWÄCHUNG ?
    Sagen wir es doch mal so: Die härteste Nuß, die die US-Währungs-Intriganten zu knacken haben, ist die chinesische.
    Anders ausgedrückt: Als Ehefrau eines x-beliebigen Notenbankers würde ich auf gravierende Wechselkursänderungen des Yuan/Renminbi nicht wetten.
    Meine Befürchtung: Die unverändert militante Zunahme im asiatischen Raum, die Schlimmes erahnen lassen.
    Persönlich halte ich Korea für den kommenden Krisenherd, nicht Deutschland.

  • Der Renminbi ist mittlerweile eher ueber- als unterbewertet. Fuer 1 Euro bekommt man gerade noch 8 RMB. Die sukzessive und fuer chinesische Exporteure sehr schmerzhafte Aufwertung der letzten Jahren sollte damit ihren Hoehepunkt erreicht haben.

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