Schwächeres Wachstum China und Russland bremsen deutsche Wirtschaft

Schlechter als erwartet: Die OECD schätzt, dass die deutsche Wirtschaft mit einem Plus von 1,1 Prozent nur halb so stark wachsen könnte, wie zuletzt erwartet. Die Experten haben klare Forderungen an die Bundesregierung.
Update: 25.11.2014 - 11:57 Uhr 63 Kommentare
Die deutsche Wirtschaft wird sich langsamer drehen – das glauben die Experten der Industriestaatenorganisation OECD. Quelle: dpa

Die deutsche Wirtschaft wird sich langsamer drehen – das glauben die Experten der Industriestaatenorganisation OECD.

(Foto: dpa)

ParisDie OECD hat ihre Wachstumsprognose für Deutschland deutlich nach unten korrigiert. Für 2015 rechnet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nur noch mit 1,1 Prozent mehr beim Bruttoinlandsprodukt für die führende europäische Wirtschaftsnation.

Noch im Mai hatte der Zusammenschluss von 34 Industrieländern mit 2,3 Prozent mehr als den doppelten Wert im kommenden Jahr für Deutschland berechnet. Als Gründe nannten OECD-Experten am Dienstag in Paris kriselnde EU-Handelspartner, eine sinkende Investitionsnachfrage in China. Die Importnachfrage aus China habe ebenso nachgelassen, die Exporte nach Russland seien gar „drastisch“ gesunken. OECD-weit soll die Wirtschaft 2015 um 2,3 Prozent wachsen

Angesichts der hohen Risiken für die ohnehin schwache Konjunktur fordert die OECD die Bundesregierung zu mehr Investitionen auf. „Die wachstumsfördernden Maßnahmen sollten weiter erhöht werden“, so die Experten. Konkret schweben ihnen höhere Ausgaben für die Infrastruktur, den Ausbau der Kinderbetreuung und das Bildungssystem vor. „Diese würden das Wachstum auf kurze Sicht ankurbeln und - über eine Zunahme der Importe - für positive Effekte auf den Euro-Raum sorgen.“

Der Bundesregierung könne mehr investieren, ohne dabei das Ziel eines schuldenfreien Haushalts („schwarze Null“) im kommenden Jahr zu gefährden. Nicht alles müsse mit Krediten finanziert werden, sagte der Deutschland-Experte der OECD, Christian Kastrop. Außerdem könnten Staatsausgaben umstrukturiert werden.

„Die Abwärtsrisiken sind erheblich“, warnt die OECD. „Stärkere Turbulenzen an den Finanzmärkten und eine Abschwächung der Auslandsnachfrage, insbesondere im Euro-Raum, würden die Exporte und die inländischen Investitionen erheblich schwächen.“ Deutschland sei zudem den geopolitischen Spannungen in Osteuropa „sehr stark ausgesetzt“.

Euroraum ist ein großes Risiko für globale Wirtschaft
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63 Kommentare zu "Schwächeres Wachstum: China und Russland bremsen deutsche Wirtschaft"

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  • Fabian Stark & Herr Paul Mueller -> Hallo Marvin, oder wie du auch sonst heißt, neue Accounts angeschafft?

    Wieder Putino-Phobie Ausschlag?

  • @ Marc Hofmann
    Sie zerstören ihre Argumente durch ihre eigene Unsachlichkeit. Klingt alles verbittert, verbohrt und damit dumm.
    "grünsozialistischen Ideologie" Was ist das für ein Begriff? Im Sozialismus gehen Kosten und Gewinne an die Allgemeinheit. Wo ist das in diesem Zusammenhang der Fall? Die Grünen sind doch den Kapitalisten näher alls den Linken!

  • @ Fabian Stark
    "Man kann schlecht vor dem Hintergrund russischer Geheimoperationen, einer Annexion und eingeräumter Hilfe für Aufständische so tun, als könnte Putin in diesen Frage im Recht sein - dies ist nämlich für jeden er die Sachlage wirklich kennt - nicht so."

    Aber sehen sie sich doch mal den Verlauf des Putsches in Kiew an. Figuren wie Klitschko, Timoschenko wurden - vorbereitend auf den Putsch - im Westen hofiert bzw. aufgebauscht. Beide kannte man dort kaum. Ein Herr Gauck lehnte schon ein Jahr im Vorraus eine Teilnahme an der Olympiade in Sotschei ab - wohlwissend der Dinge die da kommen.
    Die USA steckten 5Mrd. Dollar in die Herbeifühung des Putsches (Quelle Frau Nuland selbst).
    Dann der Putsch selbst. Die Schüsse auf dem Maidan. Es wurde seinerzeit ein Telefonat abgehört - und in den Medien veröffentlicht - welches Angehörige des rechten Sektors als Todesschützen entlarvte. Dann das schnelle Eingreifen der USA in Kiew. Wie schnell war doch der CIA-Chef in Kiew. Die Berichte über Blackwater-Söldner in der Ukraine (u.a in Schweizer Medien). Weiterhin der ABschuß der MH-17 - die unbeantworteten russischen Fragen dazu.usw.
    All das wird heute schon verdrängt. es passt nicht ins jetzige Bild. Entlastet aber Putin vollständig!!!!

  • Sehr geehrter Herr Stark,

    ganz sicherlich kann und soll man auch anderer Meinung sein und diese auch laut vertreten. Was mir jedoch auffällt, dass Sie lediglich die Zeitschriften und Medien zitieren, die so wundervoll in Ihr Weltbild passen, andere sehr objektive aber nicht zitieren oder nicht kenn. Und ich meine nicht die russischen Medien, die sicherlich genauso wenig vertrauenswürdig sind, sondern solche Formate wie z.B. Monitor oder auch den einen oder anderen Artikel in diesem Handelsblatt. Zeil man die Pluralität der Informationen und deren Deutung allein aus deutschen Quellen in Betracht, so ergibt sich ein sehr differenziertes Bild, dass eine eindeutige Zuweisung von Schuld in Ihrem sinne leider nicht zulässt.

  • ich glaube Ihnen das bereit gesagt zu haben:
    Heute investieren (bedeutet u.a. zunächst Einkommensverzicht) führt zu morgen profitieren (Einkommen). Investitionen heißen also das Verschieben des Einkommens in die Zukunft. (für kommende Generationen, blablabla)
    Diese Investitionen beziehen sich aber nicht ausschließlich in die Technik sondern vor allem auf die Technologieentwicklung und Know-How (Humankapital).
    Damit wurde erreicht, dass die Stromgestehungskosten (ebenso wie die Vergütungssätze fürs Einspeisen)von knapp 50 ct pro kWh auf nun ca. 10 ct pro kWh gefallen sind.
    In der selben Zeit sind die Kosten für Öl/Gas übrigens gestiegen.
    Zur Belastung der Haushalte: Das ist doch wohl echt ein Witz... gucken Sie sich bitte an, wie viel Sie im Jahr für Treibstoff und Heizkosten ausgeben. Setzen Sie das dann mal ins Verhältnis zu Ihren Stromkosten. Vielleicht werden auch Sie dann mal erleuchtet. Ja auch die 3€ pro Monat die der Durchschnittshaushalt in Dt seit letztem Jahr mehr zahlen muss ist für die die es sich nicht leisten können 3€ zu viel.
    Der Bürger konnte natürlich am Aktienmarkt agieren, aber ich glaube auch Sie wissen wie die Beteiligung deutscher Bürger am Aktienmarkt tatsächlich aussieht.

    Im EEG steht viel Mist, da kann ich Ihnen zustimmen.
    Falsch ist allerdings, dass wir die Nord-Süd-Trasse wie geplant brauchen. Bedenklich finde ich für die Bürger die vielen Ausnahmeregelungen für Unternehmen.
    Die Beschäftigtenzahlen im Bereich EE sind kontinuierlich gestiegen, sorgen also offensichtlich doch für Wohlstand...
    Vielleicht schlafen Sie besser noch mal drüber.

  • Herr Schmidt, Sie sind aber renitent.
    Will die Schlagzeile nicht in ihren Kopf daß es Rußland ist, was unsere Wirtschaft schädigt, und nicht die von den eidbrüchigen Volksverrätern in den Parlamenten umgesetzte Sanktionspolitik gegen Rußland?
    Sie sind vorgemerkt!

  • Zitat: "Erst als durch Putins Eingreifen das Abkommen scheiterte, wurden die Ukrainer auf den Maidan gerufen, weil sie um ihre Zukunft fürchteten."

    Das stellt die Dinge ja nun wirklich vollkommen auf den Kopf. Das Assoziierungsabkommen zwischen der Ukraine und der EU ist nicht "durch Putins Eingreifen" gescheitert, sondern es war der demokratisch gewählte Präsident Janokowitsch, der im Rahmen seines demokratischen Ermessensspielraums die Unterschrift unter dieses Abkommen aufgeschoben hat.

    Was das mit "Putins Eingreifen" zu tun haben soll, ist absolut unverständlich.

    Tatsache dürfte sein, daß Janokowitsch die dramatischen wirtschaftlichen Konsequenzen, die das Abkommen für sein Land haben würde, klargeworden sind: Es gab bis dahin einen weitgehend zollfreien Handel zwischen der Ukraine und Rußland. Wenn jetzt die Ukraine den Status eines assoziierten Mitglieds der EU bekommen würde, würde es auch zum Zollabbau zwischen der EU und der Ukraine gekommen sein.

    Die Folgen für Rußland wären absolut untragbar gewesen: Auf dem Umweg über die Ukraine hätten nämlich alle Waren der EU zollfrei nach Rußland gelangen können.

    Putin hatte also die staatsmännische Pflicht, Janokowitsch klarzumachen, daß im Fall einer EU-Assoziierung der zollfreie Handel mit Rußland ein Ende finden würde.

    Dieser hat dann das Assoziierungsabkommen nicht gekündigt, sondern lediglich die Unterschrift verzögert, damit Zeit für weitere Verhandlungen gewonnen werden könnte.

    Der Maidan hat diese Verzögerung als Anlaß zum Protest genutzt. Und die USA und andere westliche Staaten haben den Protest angeheizt, zum Teil finanziert und gezielt die kompromißlosen Teile des Maidan unterstützt.

    Als dann der gewälttätige Staatsstreich gelungen war und Janukowitsch um sein Leben rennen mußte, haben die westlichen Staaten die Putschistenregierung sofort anerkannt, obwohl sie tags zuvor noch einen Kompromiß unterschrieben hatten. Schändlich!

  • @Fabian Stark
    Falsch! Die Verbesserung der Lebensverhältnisse kommt nicht von der EU oder Russland. Die Verbesserung kann nur das Volk und eine vernünftige ukrainische Politik vollziehen. Was nützt der EU und dem ukrainischen Volk ein Abkommen untereinander, wenn die Korruption und die Mafiastrukturen in der ukrainischen Politik und Gesellschaft weiter bestehen bleiben. Siehe Rumänien,Bulgarien,Ungarn usw.
    Die Ukraine sollte neutral (wie die Schweiz) bleiben und mit der Zeit hätte sich dies eh erledigt gehabt. So oder so wird sich mit der Zeit ein großer Wirtschaftsraum von Asien über Russland nach Europa entfalten. Die Menschen wollen einfach Sicherheit und Freiheit von einer Regierung zugesagt und eingehalten bekommen. Und dies kann anscheinden momentan die ukrainische Politik nicht leisten. Viele Ukrainer habe auch die Schnauze voll von ihren korrupten "Mafia" Politiker und fürchten die Willkür so einer Politik.

  • Die Russen sind aus einem anderen Holz geschnitzt sodass sie sich von keinen Sanktionen beeindrucken lassen werden.

    In diesem Sinne auf zu neuen Sanktionen um der deutschen Wirtschaft weiter zu schaden.

  • " Es macht Putins Annexionen nicht legaler, wenn die USA oder die EU ähnliche Dinge tun würden."

    Gut erkannt!
    Es täte Deutschland trotzdem gut die gleichen/ähnlichen Aktionen auch gleich/ähnlich zu bewerten und auch so zu handeln.
    Es kann nicht sein, dass wir Russland für das kritisieren und Sanktionen verhängen, was wir bei uns selbst durchgehen lassen. Diese Doppelmoral ist einfach unerträglich.
    Und noch ein Bsp für Propaganda, was ja zum Glück schnell von der Bevölkerung erkannt wurde:
    Zu den Wahlen auf der Krim haben sich auf einmal viele Medien und Politiker darüber brüskiert, dass man gläserne Urnen verwende. Bei späteren Wahlen gab es diese Diskussion auf einmal nicht mehr.
    Hätte man sich gleich informiert, bevor dieser Mist publiziert wurde, hätte die Schreiberlinge gewusst, das die Glasurnen Tradition in der Region haben.
    Auch Propaganda können wir nicht bei den Russen anprangern und bei uns verschweigen. Auch bei uns läuft Propaganda (in Dtl sogar noch gemäßigt).

    Schluss mit dem Säbelgerassel!

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