Schwächeres Wachstum
China und Russland bremsen deutsche Wirtschaft

Schlechter als erwartet: Die OECD schätzt, dass die deutsche Wirtschaft mit einem Plus von 1,1 Prozent nur halb so stark wachsen könnte, wie zuletzt erwartet. Die Experten haben klare Forderungen an die Bundesregierung.
  • 63

ParisDie OECD hat ihre Wachstumsprognose für Deutschland deutlich nach unten korrigiert. Für 2015 rechnet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nur noch mit 1,1 Prozent mehr beim Bruttoinlandsprodukt für die führende europäische Wirtschaftsnation.

Noch im Mai hatte der Zusammenschluss von 34 Industrieländern mit 2,3 Prozent mehr als den doppelten Wert im kommenden Jahr für Deutschland berechnet. Als Gründe nannten OECD-Experten am Dienstag in Paris kriselnde EU-Handelspartner, eine sinkende Investitionsnachfrage in China. Die Importnachfrage aus China habe ebenso nachgelassen, die Exporte nach Russland seien gar „drastisch“ gesunken. OECD-weit soll die Wirtschaft 2015 um 2,3 Prozent wachsen

Angesichts der hohen Risiken für die ohnehin schwache Konjunktur fordert die OECD die Bundesregierung zu mehr Investitionen auf. „Die wachstumsfördernden Maßnahmen sollten weiter erhöht werden“, so die Experten. Konkret schweben ihnen höhere Ausgaben für die Infrastruktur, den Ausbau der Kinderbetreuung und das Bildungssystem vor. „Diese würden das Wachstum auf kurze Sicht ankurbeln und - über eine Zunahme der Importe - für positive Effekte auf den Euro-Raum sorgen.“

Der Bundesregierung könne mehr investieren, ohne dabei das Ziel eines schuldenfreien Haushalts („schwarze Null“) im kommenden Jahr zu gefährden. Nicht alles müsse mit Krediten finanziert werden, sagte der Deutschland-Experte der OECD, Christian Kastrop. Außerdem könnten Staatsausgaben umstrukturiert werden.

„Die Abwärtsrisiken sind erheblich“, warnt die OECD. „Stärkere Turbulenzen an den Finanzmärkten und eine Abschwächung der Auslandsnachfrage, insbesondere im Euro-Raum, würden die Exporte und die inländischen Investitionen erheblich schwächen.“ Deutschland sei zudem den geopolitischen Spannungen in Osteuropa „sehr stark ausgesetzt“.

Seite 1:

China und Russland bremsen deutsche Wirtschaft

Seite 2:

Euroraum ist ein großes Risiko für globale Wirtschaft

Kommentare zu " Schwächeres Wachstum: China und Russland bremsen deutsche Wirtschaft"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Fabian Stark & Herr Paul Mueller -> Hallo Marvin, oder wie du auch sonst heißt, neue Accounts angeschafft?

    Wieder Putino-Phobie Ausschlag?

  • @ Marc Hofmann
    Sie zerstören ihre Argumente durch ihre eigene Unsachlichkeit. Klingt alles verbittert, verbohrt und damit dumm.
    "grünsozialistischen Ideologie" Was ist das für ein Begriff? Im Sozialismus gehen Kosten und Gewinne an die Allgemeinheit. Wo ist das in diesem Zusammenhang der Fall? Die Grünen sind doch den Kapitalisten näher alls den Linken!

  • @ Fabian Stark
    "Man kann schlecht vor dem Hintergrund russischer Geheimoperationen, einer Annexion und eingeräumter Hilfe für Aufständische so tun, als könnte Putin in diesen Frage im Recht sein - dies ist nämlich für jeden er die Sachlage wirklich kennt - nicht so."

    Aber sehen sie sich doch mal den Verlauf des Putsches in Kiew an. Figuren wie Klitschko, Timoschenko wurden - vorbereitend auf den Putsch - im Westen hofiert bzw. aufgebauscht. Beide kannte man dort kaum. Ein Herr Gauck lehnte schon ein Jahr im Vorraus eine Teilnahme an der Olympiade in Sotschei ab - wohlwissend der Dinge die da kommen.
    Die USA steckten 5Mrd. Dollar in die Herbeifühung des Putsches (Quelle Frau Nuland selbst).
    Dann der Putsch selbst. Die Schüsse auf dem Maidan. Es wurde seinerzeit ein Telefonat abgehört - und in den Medien veröffentlicht - welches Angehörige des rechten Sektors als Todesschützen entlarvte. Dann das schnelle Eingreifen der USA in Kiew. Wie schnell war doch der CIA-Chef in Kiew. Die Berichte über Blackwater-Söldner in der Ukraine (u.a in Schweizer Medien). Weiterhin der ABschuß der MH-17 - die unbeantworteten russischen Fragen dazu.usw.
    All das wird heute schon verdrängt. es passt nicht ins jetzige Bild. Entlastet aber Putin vollständig!!!!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%