Schwellenländer
Brics-Staaten kommen mit Infrastrukturbank nur schleppend voran

Die Schwellenländer wollen unabhängiger von der Weltbank werden, aber der Aufbau der Entwicklungsbank stockt - und zwar so sehr, dass es noch bis zu einem Jahr dauern könnte, bis das Institut die Arbeit aufnehmen kann.
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MoskauDie führenden Schwellenländer kommen mit dem Aufbau einer eigenen Entwicklungsbank nur langsam voran. Zwar einigten sich Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika nach Angaben der Regierung in Moskau kürzlich auf die Struktur des geplanten Instituts mit einer Einlage von 50 Milliarden Dollar. Wegen einer ganzen Reihe noch offener Fragen werde es aber noch Monate oder möglicherweise noch ein Jahr dauern, bis die Bank zur Förderung von Infrastrukturprojekten ihre Arbeit aufnehmen könne, sagte Russlands Vizefinanzminister Sergej Stortschak. Die sogenannten Brics-Staaten müssten unter anderem noch die Finanzierungsaufteilung sowie Sitz und Führung der Bank klären.

„Wir müssen einräumen, dass die Bank nicht so schnell an den Start gehen kann, wie man sich das vorstellen könnte“, sagte Stortschak. Die Verhandlungen seien schwierig. Am Rande des Gipfels der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) im russischen St. Petersburg am Donnerstag und Freitag sollen die Beratungen fortgesetzt werden. Die Brics-Staaten hatten bereits 2012 den Aufbau einer solchen Entwicklungsbank vorgeschlagen. Doch erst im vergangenen März konnten sie sich darauf abschließend einigen. Die Schwellenländer wollen so unabhängiger von der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) bei der Bereitstellung langfristiger Finanzmittel werden. Sie werfen den beiden Organisationen vor, vor allem im Interesse der Industriestaaten zu arbeiten.

Derzeit macht den Brics-Staaten zudem ein massiver Abfluss ausländischer Investitionen zu schaffen. Hintergrund ist das erwartete Zurückfahren der massiven Geldspritzen der US-Notenbank. Die ultralockere Geldpolitik in den USA hatte viele Investoren in der Hoffnung auf höhere Renditen in Schwellenländer getrieben. Nun werden die dort angelegten Mittel wieder zurückgeholt, was die Wirtschaft in diesen Staaten und deren Landeswährungen unter Druck bringt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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