Schwere Wirtschaftskrise
Venezuela droht der Bankrott

Eine Inflationsrate von 64 Prozent, ein schrumpfendes BIP und jede Menge Schulden: Venezuela steuert auf den Bankrott zu. Für die Rezession in dem Land ist nicht nur der Ölpreis verantwortlich.
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CaracasDie venezolanische Regierung hat eingeräumt, dass das Land in einer tiefen Rezession steckt. Das Bruttoinlandsprodukt sei aufs Jahr hochgerechnet in den ersten beiden Quartalen 2014 um mehr als 4,8 Prozent geschrumpft und im Zeitraum von Juli bis September um 2,3 Prozent, teilte die Zentralbank am Dienstag mit.

Im November kletterte die Inflationsrate auf 64 Prozent. Für das laufende Jahr rechnet die Zentralbank des südamerikanischen Landes mit einer Teuerungsrate von 60,1 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte die Inflation 56 Prozent betragen.

Die jüngsten Wirtschaftsdaten kamen für Ökonomen nicht überraschend. Den ersten venezolanischen BIP-Bericht des Jahres werteten Experten jedoch als seltenes Eingeständnis der Schwere der Krise. Sie werfen der venezolanischen Regierung vor, mit strikter Kontrolle des Devisenkurses Investoren abzuschrecken und Versorgungsengpässen Vorschub zu leisten.

Die Lage dürfte sich angesichts des rapide fallenden Ölpreises verschärfen. Dies könnte die Regierung letztlich zu massiven Ausgabenkürzungen oder in die Zahlungsunfähigkeit treiben. Im März werden Staatsanleihen für rund eine Milliarde US-Dollar (etwa 815 Mio Euro) fällig. Insgesamt muss das Land 2015 mehr als 30 Milliarden Dollar an Krediten zurückzahlen.

Regierung macht politische Gegner verantwortlich

Die sozialistische Regierung Venezuelas machte politische Gegner für den Wirtschaftseinbruch verantwortlich. Diese sabotierten die Aktivität im ölreichen Venezuela. So warf Venezuelas Präsident Nicolas Maduro den USA am Montag vor, durch eine Senkung des Ölpreises sein Land und Russland in den Ruin treiben zu wollen.

Die US-Regierung überflute den Markt mit billigem Schieferöl. Maduro zufolge ging der Exportpreis für venezolanisches Öl im zweiten Halbjahr um die Hälfte auf 48 Dollar je Barrel zurück. Etwa 96 Prozent der Staatseinnahmen des Landes stammen aus dieser Quelle.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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