Seit Juni 2007 unverändert bei vier Prozent
EZB tastet Leitzins nicht an

Beim ersten der beiden Treffen, die jedes Jahr nicht am EZB-Stammsitz Frankfurt stattfinden, haben die Notenbanker der Währungsunion um EZB-Präsident Jean-Claude Trichet abermals nicht an der Zinsschraube gedreht. Der Schlüsselzins für die Versorgung der Kreditwirtschaft in der Euro-Zone mit Zentralbankgeld liegt damit seit Juni vergangenen Jahres unverändert bei vier Prozent.

HB ATHEN. Von Reuters befragte Ökonomen hatten diese Entscheidung einstimmig erwartet. EZB-Präsident Trichet wird den Beschluss, bei einer Pressekonferenz (14.30 Uhr) in den Räumen der Zentralbank von Griechenland erläutern. Wie immer dürften die Beobachter dabei jedes Wort Trichets auf die Goldwaage legen und versuchen, aus Wortwahl, Mimik und Gestik des obersten Währungshüters in Europa Hinweise auf den künftigen Kurs derEZB abzulesen.

Zuletzt hatte ein ungewöhnlich offener Schlagabtausch unter einigen Mitgliedern des EZB-Rats um den geldpolitischen Kurs für Verunsicherung gesorgt. Während Bundesbank-Präsident Axel Weber und andere „Falken“ wegen des anhaltend hohen Teuerungsdrucks in den Ländern der Währungsunion sogar Zinserhöhungen nicht völlig ausgeschlossen hatten, konnte das maltesische Ratsmitglied Michael Bonello überhaupt keine Argumente für einen solchen Schritt finden. Luxemburgs Notenbankchef Yves Mersch hatte daraufhin versucht, Gerüchte über eine Spaltung des Rates zu zerstreuen.

EZB-Präsident Trichet selbst wiederholte zuletzt immer wieder seine Botschaft und damit die offizielle Linie der Notenbank: Der gegenwärtige geldpolitische Kurs leiste einen Beitrag für stabile Preise in Euroland. Trichet gelang es damit zuletzt, die widersprüchlichen Spekulationen an den Finanzmärkten wieder einzufangen. Wenigstens bei der Mai-Sitzung des EZB-Rats rechnet niemand ernsthaft mit einer Überraschung.

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