Selbsttragendes Wachstum der Binnennachfrage schwierig
Exporte schwächen sich ab

Das Wachstum der deutschen Exporte wird sich nach Einschätzung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) im kommenden Jahr aufgrund der nachlassenden weltweiten Dynamik abschwächen. Laut einer Umfrage des BDI unter seinen Mitgliedsverbänden dürfte das Exportwachstum im kommenden Jahr nur noch sechs Prozent betragen nach prognostizierten neun Prozent in diesem Jahr.

HB BERLIN. Die tendenziell schwächere Wirtschaftsentwicklung in Asien und den USA werde sich wohl negativ auf die deutsche Exportentwicklung auswirken. Risiken für die Prognose sieht der BDI vor allem in einer erneuten Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar, da die Eurowirtschaft relativ zur US-Wirtschaft an Stärke gewinnt. Außerdem bestehe die Gefahr, dass die anhaltend hohen Rohstoffpreise das weltweite Wachstum weiter abbremsen.

Trotz der Entwicklung der Rohstoffpreise geht der BDI davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in den nächsten Monaten weiterhin an ihrem geldpolitischen Kurs festhalten wird und den Leitzins in der Eurozone unverändert lässt.

Zum einen habe die EZB in der Vergangenheit einen sehr zurückhaltenden Kurs verfolgt, und zum anderen gebe die derzeitige wirtschaftliche Lage, insbesondere in Deutschland, keinen Anlass für einen Zinsschritt, argumentieren die Ökonomen des BDI. "Insgesamt ist eine regressive Geldpolitik, welche abrupte Bremseffekte für die Weltkonjunktur zur Folge hätte, erst einmal nicht zu erwarten", heißt es in dem Bericht.

In Deutschland stehen laut BDI sämtliche Branchen unter dem Einfluss der expandierenden Weltwirtschaft. Vor allem die Informations- und Kommunikationsindustrie, die Elektroindustrie und die chemische Industrie erwarteten ein kräftiges Wachstum der Exporte. Trotz dieser positiven Lage, betont der BDI in seinem Bericht, dass die klassischen Transmissionsmechanismen, die über die Investitionen die Inlandsnachfrage ankurbeln, seit einiger Zeit nicht mehr zu funktionieren scheinen. Sinkenden Gewinnmargen, ungelöste Standortprobleme und der zunehmende Import von Vorleistungen verhinderten, dass der Exportmotor ein selbsttragendes Wachstum der Binnennachfrage ermögliche.

Um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, brauche Deutschland daher eine offensive Innovationspolitik. Sie müsse es den Unternehmen erleichtern, am Standort Deutschland mehr in Forschung und Entwicklung zu investieren, und somit die Wertschöpfung in Deutschland zu steigern. Denn nur mit neuen Produkten und Verfahren auf höchstem technologischen Niveau sei Deutschland in der Lage, im globalen Wettbewerb Schritt zu halten.

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