September-Daten
Arbeitsmarkt-Dynamik auf dem Höhepunkt

Auf dem Arbeitsmarkt hat die Herbstbelebung eingesetzt: Die Bundesagentur in Nürnberg vermeldet die niedrigste Arbeitslosenzahl in Deutschland seit fast 12 Jahren. Doch auch saisonbereinigt sehen die Zahlen gut aus. Experten sind erfreut, warnen aber vor einer bevorstehenden Abkühlung der Dynamik.

HB NÜRNBERG. Wie die Bundesagentur am Donnerstag mitteilte, waren im September 3,54 Millionen Deutsche als arbeitslos registriert. Dies seien 162 000 weniger gewesen als im August und 694 000 weniger als im September vorigen Jahres. In den alten Ländern sei die Arbeitslosenzahl um 109 000 zurückgegangen, im Osten um 53 000. Die Arbeitslosenquote sei von 8,8 auf 8,4 Prozent gesunken. Saisonbereinigt sei die Zahl der Arbeitslosen um 50 000 zurückgegangen. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Banken-Volkswirte hatten im Schnitt eine saisonbereinigte Abnahme um nur 20 000 erwartet.

Der Chef der Bundesagentur, Frank-Jürgen Weise, sprach von einer besonders starken Herbstbelebung nach der Sommerpause. Die Arbeitslosigkeit sei deutlicher zurückgegangen als im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Gleichzeitig habe die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiter zu gelegt; die Arbeitskräftenachfrage sei auf hohem Niveau geblieben. Im September ist nach Angaben der Behörde ein Rückgang üblich, weil nach Beendigung der Ferien wieder verstärkt einstellen.

DZ-Bank-Volkswirt Bernd Weisensteiner wertete den starken Rückgang als Indiz dafür, „dass der Arbeitsmarkt wieder an Tempo aufgenommen hat.“ Allerdings sei aus dem deutschen Wirtschaftswachstum insgesamt die Luft raus. Saisonbereinigt werde die Arbeitslosigkeit bis Ende 2008 zurückgehen, das Tempo sollte aber stetig langsamer werden. Alexander Koch von Unicredit pflichtete dem bei: „Wir gehen von einer Abkühlung der Dynamik am Arbeitsmarkt aus. Der durchschnittliche Abbau der Arbeitslosigkeit wird wohl in den nächsten Monaten nicht mehr so stark weiter gehen wie bisher. Wir werden in den nächsten Monaten wohl die Zahl 50 000 nicht mehr erreichen.“ Eckart Tuchtfeld von der Commerzbank meinte, im zweiten Halbjahr 2008 sollte der Aufbau der Beschäftigung nachlassen.

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