Signal für Kontinuität
EZB-Spitze verteilt Aufgaben neu

Das Direktorium der Europäischen Zentralbank hat Jürgen Stark die für die Geldpolitik wichtige Generaldirektion Volkswirtschaft anvertraut. Experten bewerten die Zuteilung der Ressorts als Signal für Kontinuität in der Geldpolitik.

HB FRANKFURT. Volkswirte haben überwiegend die Entscheidung des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB) begrüßt, dem neuen deutschen Kollegen, Jürgen Stark, die für die Geldpolitik wichtige Generaldirektion Volkswirtschaft anzuvertrauen. Der bisherige Bundesbank-Vize trat am Donnerstag in der EZB die Nachfolge Otmar Issings an, der Ende Mai turnusgemäß ausgeschieden war. Issing war seit 1998 für die Generaldirektionen Volkswirtschaft und Forschung zuständig. Nach dem gestrigen Beschluss des Direktoriums übernimmt EZB-Vize Lucas Papademos nun die Forschung.

„Die Übertragung der Volkswirtschaft an Stark ist ein Stabilitätssignal der EZB“, sagte Thorsten Polleit, Chefvolkswirt Deutschland von Barclays Capital. „Stark steht in der Tradition von Issing. Damit ist das auch ein Signal der Kontinuität.“ Joachim Fels, Chefvolkswirt Europa von Morgan Stanley, sieht in der Entscheidung auch ein Bekenntnis des Direktoriums zur geldpolitischen Zwei-Säulen-Strategie der EZB, insbesondere zur monetären Analyse, für die sich Stark einsetzt.

Der frühere Bundesbank-Vize habe einen soliden volkswirtschaftlichen Hintergrund, betonte Thomas Mayer, Chefvolkswirt Europa der Deutschen Bank. Von seiner Karriere her „ist Stark der richtige Mann, um die ökonomische Analyse auf die Geldpolitik anzuwenden“, sagte Mayer.

Für Volker Wieland, Professor für Geldtheorie und Geldpolitik in Frankfurt, tritt Stark allerdings kein leichtes Erbe an. „Die Position ist mit besonderer Verantwortung verbunden, weil er die Projektionen der EZB und Politikalternativen für den EZB-Rat vorbereiten muss“, sagte Wieland. In der Aufgabe, die gesamtwirtschaftliche Lage zu beurteilen und daraus in Vorbereitung der Ratssitzungen Schlussfolgerungen für die Zinspolitik zu ziehen, hatte ein Teil der Issing zugesprochenen Macht gelegen.

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