Simmung im September
Geschäftsklima in Euro-Zone sackt ab

Die Stimmung von Unternehmern und Verbrauchern in der Euro-Zone ist im September auf den tiefsten Stand seit fast sieben Jahren gefallen.

HB BRÜSSEL. Damit mehren sich die Anzeichen dafür, dass die Wirtschaft im Währungsraum in eine Rezession abgleiten könnte. Mit 87,7 Zählern lag der entsprechende Geschäftsklima-Index 0,8 Punkte unter seinem Niveau vom August, wie die EU-Kommission am Montag mitteilte. Dabei steht dem Index womöglich eine weitere Talfahrt bevor: Die Unternehmen und Verbraucher wurden in den ersten beiden Septemberwochen befragt - also bevor sich die Finanzkrise mit dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers zugespitzt hatte.

Experten zufolge steigen nun die Rezessionsgefahren. „Die Zahlen sind so schlecht wie erwartet“, sagte Holger Schmieding von der Bank of America. Lediglich das Verbrauchervertrauen habe sich dank gesunkener Ölpreise stabilisiert. Die Stimmung bei Industrie und Dienstleistern hat sich dagegen teils kräftig eingetrübt. „Und solange sich in der Finanzbranche keine spürbare Entspannung abzeichnet, ist auch kaum mit einer Trendwende beim Wirtschaftsvertrauen zu rechnen“, sagte Heinrich Bayer von der Postbank. „Die konjunkturellen Aussichten für den Euroraum werden damit immer trüber.“

Die schlechteren Aussichten für die Wirtschaft in dem Währungsraum könnten Analysten zufolge die Europäische Zentralbank (EZB) letztlich zu Zinssenkungen bewegen. Zumal der EU-Umfrage nach mit einem Rückgang der Teuerung gerechnet wird: Der Teilindex für die Inflationserwartungen der Verbraucher sank auf 17 von 22 Punkten, der Preis-Index der Produzenten ging auf zwölf von 17 Punkten zurück. Seit Juli hat der Ölpreis, lange wichtigster Treiber für die Inflation, etwa ein Drittel nachgegeben. In Folge ging auch die Teuerung zurück: Im August lag sie bei 3,8 Prozent, für September erwarten Experten einen weiteren Rückgang auf 3,6 Prozent. Die EZB sieht dagegen stabile Preise nur bei einer Inflation von knapp zwei Prozent gewährleistet.

Bei ihrer Zinssitzung im Juli hatte die Notenbank ihren Leitzins wegen der Rekordinflation auf 4,25 Prozent angehoben. Für das Treffen am Donnerstag gehen von Reuters befragte Analysten allerdings nicht von einer Änderung des Zinssatzes aus.

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