Sinkende Arbeitslosenzahl
Deutsches Jobwunder hält auch in der Krise an

Trotz konjunktureller Rückschläge ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im November erneut leicht zurückgegangen. Damit zeigt sich der Arbeitsmarkt hierzulande auch nach rund einem Jahr Wirtschaftskrise verhältnismäßig robust. Die neue Arbeits- und Sozialministerin von der Leyen (CDU) warnte, die Talsohle sei noch nicht durchschritten.
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HB NÜRNBERG. „Die Auswirkungen auf Arbeitslosigkeit und Beschäftigung sind weit weniger dramatisch als zunächst von vielen befürchtet“, bewertete der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, am Dienstag in Nürnberg die Lage. Im November war die Zahl der Jobsuchenden um 13 000 auf 3 215 000 gesunken. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,1 Punkte auf 7,6 Prozent ab. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 7,1 Prozent gelegen. Damals waren 227 000 Menschen weniger ohne Arbeit als heute.

Die neue Arbeits- und Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) hält die Talsohle aber für „noch nicht durchschritten“. Auch eine Trendwende sei aus den November-Zahlen der Bundesagentur für Arbeit noch nicht erkennbar, sagte von der Leyen bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt als neue Ressortchefin in Berlin. Sie war erst am Vortag von Bundespräsident Horst Köhler als Nachfolgerin für den bereits nach einem Monat zurückgetretenen Arbeitsminister Franz Josef Jung (CDU) ernannt worden.

Dank der Reformen, des Konjunkturpakets und kurzfristiger Maßnahmen wie dem Kurzarbeitergeld habe sich der Arbeitsmarkt bisher als robust erwiesen und besser gehalten als erwartet, betonte von der Leyen. Sie sprach zugleich aber von Signalen einer „negativen Entwicklung“, verwies auf die bevorstehenden Wintermonate und eine „verhaltene Auftragslage“.

Auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sieht die Wirtschaftskrise trotz der nach wie vor stabilen Arbeitsmarkt- Entwicklung noch nicht überwunden. „2010 wird ein sehr schwieriges Jahr für den Arbeitsmarkt. Deshalb war die schnelle Entscheidung der Bundesregierung richtig, auch für in 2010 beginnende Kurzarbeit erleichterte Bedingungen vorzusehen“, heißt es in einer Stellungnahme Hundts. Die Strategie der Beschäftigungssicherung durch die erweiterte Kurzarbeit hat sich auch nach seiner Einschätzung bewährt. „Im kommenden Jahr muss auf Basis der wirtschaftlichen Entwicklung entschieden werden, ob und gegebenenfalls mit welchen Regelungen beim Kurzarbeitergeld weiterhin die Krisenfolgen abgemildert werden können."

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  • > Nach alter Zählweise wäre sie um etwa 10 000 gestiegen.

    Es funktioniert.

    Man kann auf die Dummheit der Journalisten als erste informationsverwerter bauen.

    Jedes Jahr die Zählweise ändern und schon kann man in schönsten Zahlen lügen.

    Denn kein Journaliste macht sich die Mühe, mal die echten Zahlen zu recherchieren, und die Kurven nach jeweils alter Zählweise fortzuführen, um die Lügen der bundesregierung zu entlarven.

    Journalisten sind dazu viel zu faul, daher funktioniert staatliche Desinformation so einfach und so gut.

  • Es ist wahrlich bemerkenswert und beschämend, dass sich nicht eine einzige deutsche Zeitung die Mühe macht, die tatsächlichen Zahlen zu eruieren.

    im Vergleich zum Vorjahr hat die Unterbeschäftigung (noch ohne Kurzarbeit) erheblich zugenommen, zuletzt um mehr als 9 % und das auch gegenüber dem Vormonat, wenn man den Schätzzahlen der Agentur folgt. Die Leiharbeiter fliegen als erste aus den Jobs (-20 %). Die Zahl der Kurzarbeiter ist bis zu den letzten Zahlen vom September auf 1,1 Millionen stark angestiegen. Einschließlich des beschäftigtenäquivalents Kurzarbeit betrug die Unterbeschäftigung im letztgenannten Monat September schon 17,2 Prozent mehr als im September 2008. Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist über die letzten Monate deutlich gefallen und stagniert nun mit zuletzt minimalem Anstieg auf niedrigem Niveau. Die beschäftigung ging gegenüber dem Vorjahr weiter zurück.
    Der beschäftigungsaufbau hat sich seit beginn des Jahres 2008 Monat für Monat immer stärker abgeschwächt und ist entsprechend der noch nicht veränderten Statistik seit März erstmals negativ geworden und seitdem immer mehr. Auch die vom Statistischen bundesamt nun veränderte Statistik rutscht bei der Sinkrate von Monat zu Monat mehr ins Minus (Abb. 14041). Der begriff "beschäftigung" umfaßt dabei noch viele Minijobs, Trainingsmaßnahmen und andere Überbrückungen, die praktisch Arbeitslosigkeit bedeuten und nur unter "Unterbeschäftigung" ausgewiesen werden.
    Von den 6 Millionen Arbeitslosengengeldempfänger werden nur noch 53.7 % als arbeitslos registriert. Zwischen August 2006 und November 2009 ist der Anteil der arbeitslos Registrierten an allen Empfängern von Arbeitslosenhilfe von seinerzeit 67,3 % immer weiter gefallen. immer mehr Arbeitslose befinden sich in Warteschleifen außerhalb der Statistik, wie oft nutzlosen Weiterbildungs- und Trainingsprogrammen, in niedrigst bezahlter Arbeit von 1 Euro und etwas mehr oder sind statistisch durch vielerlei Manipulationen schlicht ausgemerzt worden. Die Arbeitslosenstatistik ist also immer weniger aussagefähig.

  • "REiCHTUM VON UNTEN"
    Europa wird vom Sockel geholt und muss sich den bEDiNGUNGEN, unter denen die Mehrheit der Menschen dieser Erde leben, langsam anpassen. Festungswälle können verzögern aber nicht verhindernd wir auf dem auffrischenden Wind des Weltmarktes ausgesetz sind. Die Zahl der Arbeitslosen wird weiter steigen, wenn wir nicht lernen, auf DiE EiGENEN FÜSSE ZU FALLEN.
    Jetzt, da andere mit neuen Fabriken und niedrigen Löhnen die Vorteile haben, die einst unser Wirtschaftswachstum hervorriefen, sind wir TiEF VERSCHULDET, voll HOHER ANSPRÜCHE und zerstritten. So gilt es, wieder:
    MEHR ALS ZUVOR UNTERNEHMERiSCHES HANDELN ZU LERNEN!
    Sobald das nicht an der Wurzel der Einsicht angenommen (verjungung) werde ist es vergebens sich nur noch zu Äußern:
    Andere Länder ist es noch schlimmer weil kein Harz iV als Zielscheibe wie bei uns (nicht alle wohlgemerkt).
    Helfen sollte man wen einen der Arbeitsplatz unter den Füßen weggezogen bzw.wegrationalisiert werde.

    Solange so sich in Zukunft weiter entwickelt wird sich Harz iV über Generationen geben und Tendenz steigend auf Kosten der Steuerzahler und Arbeitswillige.

    Mfg

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