Sinkende Gewinne
Aufschwung schwächelt

Die leichte konjunkturelle Erholung wirkt sich bislang kaum auf die Unternehmen in den USA und Europa aus. In den USA brechen die Firmengewinne ein, die Arbeitslosenquote stieg auf den höchsten Stand seit 26 Jahren. Tief in der Krise steckt vor allem die klassische Industrie.
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asd/ebe/som NEW YORK/DÜSSELDORF. Die Nettogewinne der Konzerne aus dem weltweit wichtigsten Börsenindex S&P500 werden im dritten Quartal knapp 25 Prozent unter denen des Vorjahrs liegen. Dies errechneten die Datenspezialisten von Thomson Reuters. Die am Mittwoch beginnende Berichtssaison in den USA wäre somit das neunte Quartal in Folge mit sinkenden Gewinnen.

Tief in der Krise steckt vor allem die klassische Industrie. Förderprogramme der US-Regierung wie die Abwrackprämie und Hilfen für den Finanz- und Immobiliensektor bremsen den Abwärtstrend kaum. Einziger Lichtblick ist ausgerechnet die IT-Industrie, die eigentlich als Konjunktur-Nachzügler gilt. Konzerne wie Cisco, Google und IBM können sich dank prall gefüllter Kassen mit Übernahmen für die Zeit nach der Krise wappnen.

Vereinzelt kräftige Gewinnzuwächse wie in der Finanzindustrie beruhen auf einer niedrigen Vergleichsbasis. In Europa rechnet die Bankenbranche 2009 mit einem Gewinnplus von 37 Prozent. Angesichts des 90-prozentigen Verlustes im Vorjahr würde die Branche damit 13,7 Prozent dessen verdienen, was sie 2007 erlöst hat. Die Krisenverluste wieder wettzumachen dauert lange: Selbst wenn Europas Konzerne ihre Gewinne in Zukunft Jahr für Jahr um zehn bis 20 Prozent steigern, dauert es nach den vorangegangenen Verlusten mindestens bis 2014, ehe die Konzerne wieder so viel verdienen wie 2007.

Doch auch das scheint ambitioniert, zumal der Aufschwung in den USA schwächelt. Im September verloren 263 000 Amerikaner ihren Job. Die Arbeitslosenquote stieg auf 9,8 Prozent, den höchsten Stand seit 26 Jahren. Ökonomen verweisen darauf, viele Strukturprobleme der US-Volkswirtschaft seien ungelöst.

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