Sitzung in Berlin
EZB sieht in Zinssenkung weiter keine Option

Die Europäische Zentralbank sieht in einer Senkung der Leitzinsen in der Eurozone weiterhin keine Option.

HB BERLIN/FRANKFURT. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sagte nach einer Sitzung der Notenbank in Berlin: "Wir sind der Meinung, dass das gegenwärtige Zinsniveau genau dem entspricht, was wir als angemessen beurteilen. Wir bereiten uns sicherlich nicht auf eine Zinssenkung vor." Das gegenwärtige Niveau sei günstig für Wachstum und Beschäftigung in der Eurozone. Darüber hinaus begünstige es Investitionen im gemeisamen Währungsraum.

Auf die Frage, ob ein geringeres Zinsniveau in der Eurozone das Wachstum begünstigen könne, antwortete Trichet, eine Zinssenkung laufe Gefahr, die Marktzinsen in die Höhe zu treiben. Ein solcher Schritt werde das Vertrauen der Märkte in die EZB, Preisstabilität zu gewährleisten, in Frage stellen und die Inflationserwartungen erhöhen.

Die EZB hatte den Leitzins von zwei Prozent wie erwartet abermals unverändert gelassen. Der Leitzins liegt seit knapp zwei Jahren auf dem niedrigsten Niveau der Nachkriegszeit. Die EZB möchte zwar - wie es die US-Notenbank bereits vor einem Jahr tat - die Zinswende nach oben einläuten, wird wegen der anfälligen Konjunktur nach Einschätzung von Analysten aber noch länger abwarten. Angesichts enttäuschender Wirtschaftsdaten mehren sich Ratschläge an die EZB, eine Zinssenkung ins Auge zu fassen. Nach schwachen Konjunkturdaten befürchten Volkswirte einen erneuten Rückschlag für die Wirtschaft im Euro-Raum, die vom hohen Ölpreis und dem starken Euro belastet wird.

Volkswirte von Banken und Investmenthäusern zeigten sich von den Äußerungen Trichets nicht überrascht. James Nixon von Barclays Capital sagte, nicht spreche dafür, dass die Bank derzeit über eine Zinssenkung nachdenke. Stefan Schilbe von HSBC Trinkaus & Burkhardt meinte, im Prinzip habe sich im Vergleich zur letzten Sitzung nicht viel verändert. Seiner Meinung nach dürfte die EZB in diesem Jahr gar nicht mehr an den Zinsen drehen. Ähnlich äußerte sich Jörg Krämer von der Hypovereinsbank.

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