Sitzungsprotokoll
Fed erwartete schwaches Wachstum

Der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank Fed ist bei seiner jüngsten Sitzung Anfang August von sich eintrübenden Aussichten für die US-Wirtschaft ausgegangen. Hintergrund sei die mögliche Verschlechterung der Lage an den Finanzmärkten, heißt es in dem am Dienstag in Washington veröffentlichten Sitzungsprotokoll vom 5. August.

HB WASHINGTON. Der für die Zinspolitik zuständige Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank Fed ist bei seiner jüngsten Sitzung von einer weiteren Abkühlung der US-Wirtschaft ausgegangen. Die Abkühlung am Arbeitsmarkt, die höheren Energiepreise und die anhaltende Schwäche am Immobilienmarkt dürften das Wirtschaftswachstum in den kommenden Quartalen belasten, heißt es in dem am Dienstag in Washington veröffentlichten Sitzungsprotokoll vom 5. August. Eine weitere Verschlechterung der Lage an den Finanzmärkten könnte die Konjunkturaussichten weiter eintrüben.

Die Mitglieder des Offenmarktausschusses der Federal Reserve rechneten im allgemeinen damit, dass der nächste Schritt wahrscheinlich eine Zinserhöhung sein werde, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Protokoll ihrer Sitzung vom 5. August. „Zeitpunkt und Ausmaß hängt aber von den Entwicklung der Konjunktur und im Finanzsektor ab und ihren Auswirkungen für das Wirtschaftswachstum und die Inflation.“ Volkswirte erwarten, dass die Fed Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres den Zins anhebt.

Die US-Notenbank hatte bei ihrer Sitzung Anfang August den Leitzins wie erwartet unverändert gelassen. Die Entscheidung wurde mit einer Gegenstimme getroffen, da ein Mitglied des Offenmarktausschusses die Zinsen erhöhen wollte. Der Schlüsselzins in den USA liegt bei zwei Prozent und wurde bereits bei der Sitzung im Juni nicht angetastet.

Bei vielen Analysten sorgte das Protokoll für wenig Überraschungen. „Die Fed bewegt sich nicht und das Protokoll unterstreicht das“, sagte Kurt Karl, Volkswirt bei Swiss Re, in einer ersten Reaktion. „Das sind gute Nachrichten für die Aktienmärkte, schlechte für die Anleihenmärkte.“ Stephen Stanley, Chefvolkswirt bei RBS Greenwich Capital Markets, erklärte: „Das Wichtigste ist, dass es so aussieht, als ob sich die Fed-Politik so bald nicht ändern wird.“

Die New Yorker Börsen gaben nach der Veröffentlichung des Fed-Protokolls nach.

Die US-Notenbank will angesichts des hohen Inflationsdrucks voraussichtlich als nächstes die Zinsschraube enger anziehen.

Die Notenbank hatte am 5. August angesichts zunehmenden Preisdrucks und gleichzeitiger Konjunkturflaute ihren Leitzins bei zwei Prozent belassen. Das Wachstum werde noch „über einige Quartale hinweg gedämpft“ sein, heißt es in dem Protokoll. Zugleich gebe es „bedeutende Sorgen“ über steigende Preise, da Unternehmen höhere Energiekosten offenbar erfolgreich an Kunden weiterreichten. Die nächste Zinsentscheidung der Fed steht am 16. September an.

Unterdessen hellte sich in den USA das Verbrauchervertrauen im August zum zweiten Mal in Folge und stärker als erwartet auf. Der vom Conference Board ermittelte Index sei von 51,9 Punkten im Vormonat auf 56,9 gestiegen, teilte das private Forschungsinstitut am Dienstag in Washington mit. Volkswirte hatten mit einem moderateren Anstieg auf 53,0 Punkte gerechnet. Zu der Verbesserung trugen nach Ansicht von Analysten auch die sinkenden Öl- und Spritpreise bei.

dpa fb xx n1 gin

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