Skepsis bezüglich Haushalts- und Zahlungsbilanzdefizite der USA
Issing: Wirtschaft in Euro-Zone auf gutem Weg

EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing schätzt die Perspektiven für die Konjunktur und die Preisentwicklung in der Euro-Zone optimistisch ein. „Es gibt ständig Belege dafür, dass die Wirtschaftserholung auf gutem Wege ist, und das ist eine gute Nachricht“, sagte er am Sonntag beim Jahrestreffen des Institute for International Finance in Washington.

HB WASHINGTON. „Die Inflation in der Euro-Zone sollte 2005 unter zwei Prozent fallen, in Übereinstimmung mit unserer Definition von Preisstabilität,“ fügte er hinzu. Im übrigen wiederholte er weitgehend den jüngsten Monatsbericht der Europäischen Zentralbank (EZB).

Kritisch äußerte er sich zu den anhaltenden weltweiten Ungleichgewichten. Diese stellen nach Einschätzung der EZB ein Risiko für ihren sonst optimistischen Konjunkturausblick für die Euro-Zone dar. Issing bekräftigte dabei mit Blick auf die immensen und noch immer wachsenden Haushalts- und Zahlungsbilanzdefizite der USA die seit langem vertretene Ansicht europäischer Notenbanker, dass „was nicht so weiter gehen kann, so nicht weiter gehen wird“. Es stelle sich die Frage, ob die Anpassung der Defizite reibungslos oder sprunghaft gelinge. Europa hoffe auf ersteres. „Bis jetzt können wir uns nicht beklagen,“ sagte Issing und fügte hinzu: „Der Anpassungsprozess hat noch nicht wirklich begonnen.“

Vor Journalisten wollte er sich mit Hinweis auf das am Donnerstag bevorstehende Treffen der EZB nicht zur Zinsentwicklung äußern. Volkswirte gehen mehrheitlich davon aus, dass die Notenbank ihren Leitzins für die Euro-Zone mit zwei Prozent unverändert lassen wird.

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