So stark wie seit 2000 nicht mehr
Importpreise steigen erheblich

Der Anstieg der deutschen Importpreise im Monatsvergleich hat sich im März beschleunigt, gleichzeitig hat sich der Rückgang auf Jahressicht verlangsamt.

HB BERLIN. Die Preise für Importe nach Deutschland haben sich im März wegen teurer Rohstoffe und einem sinkenden Euro so deutlich nach oben getrieben wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr.

Von Februar auf März kletterten die Einfuhrpreise nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Freitag um 1,2 %. „Dies war der höchste Anstieg binnen Monatsfrist seit September 2000“, erklärten die Statistiker. Wegen des starken Anstiegs des Euro im Verlauf der vergangenen zwölf Monate waren Einfuhren damit aber noch immer 1,6 % billiger als im März 2003.

Analysten hatten im Schnitt einen Anstieg der Importpreise von 0,7 % im Monatsvergleich und einen Rückgang von 1,8 % im Jahresvergleich erwartet. Nach Ansicht von Ralph Solveen von der Commerzbank zeigt die Entwicklung der Importpreise, dass die Europäische Zentralbank (EZB) nicht viel Raum für Zinssenkungen hat: „Sogar bei relativ schwacher Konjunktur liegt der Preisauftrieb in der Euro-Zone bereits bei fast zwei Prozent. Wenn die Konjunktur jetzt noch anzieht, gibt es sicherlich für die EZB nicht so viel Spielraum, wie einige annehmen.“

Am Mittag wird die erste Schätzung für die Preisentwicklung in der Euro-Zone im April erwartet. Analysten erwarten im Schnitt einen Anstieg der Jahresteuerung auf 1,9 von 1,7 % und damit nahe an die EZB-Obergrenze für Preisstabilität von zwei Prozent. Manuela Preuschl von der Deutschen Bank weist jedoch darauf hin, dass die Erholung noch auf wackligen Beinen steht: „Derzeit überwiegen die Sorgen der EZB über die Konjunkturerholung.“

Preistreiber bei den Importen waren im März vor allem teurere Rohstoffe. So kostete Rohkupfer gut zwölf Prozent mehr als im Februar, Mineralölerzeugnisse knapp elf Prozent mehr und Erdöl war acht Prozent teurer. Ohne Öl hätten die Einfuhrpreise nur 0,5 % über dem Niveau vom Februar und damit 1,1 % unter dem Niveau vom März 2003 gelegen. Im Februar war der Euro bis auf ein Rekordhoch von fast 1,30 Dollar geklettert, schwächte sich dann jedoch im März zeitweise bis auf fast 1,20 Dollar ab.

Die deutschen Exporte verteuerten sich im Vergleich zum Vormonat um 0,5 %, kosteten damit aber im Schnitt noch 0,2 % weniger als vor einem Jahr.

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