Sorge um Wirtschaftsstandort
Deutscher BIP-Rückgang alarmiert Politik

Jahrelang war Deutschland das Zugpferd der Konjunktur im Euro-Raum. Jetzt bremsen weltweite Krisen die Wirtschaft hierzulande aus. Der CDU-Wirtschaftsrat warnt schon vor den Folgen für Unternehmen.
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BerlinSpitzenpolitiker von CDU und Linkspartei fürchten angesichts der nachlassenden Konjunktur in Deutschland langfristig negative Folgen für den Standort, sollte die Bundesregierung nicht mit Gegenmaßnahmen reagieren. „Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Deutschland im Frühjahr um 0,2 Prozent ist ein Warnsignal“, sagte der Präsident des CDU-Wirtschaftsrats, Kurt Lauk, Handelsblatt Online. Die vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) korrigierte Wachstumsprognose von 2 Prozent auf 1,5 Prozent zeige zudem, dass Deutschland den Höhepunkt überschritten habe. „Die verfehlte Wirtschaftspolitik hat ihren Preis.“

Lauk unterstrich vor diesem Hintergrund, dass die Unternehmen Planungssicherheit für Investitionen benötigten. „Bleiben diese aus, hat dies langfristig negative Folgen für den Industriestandort Deutschland und damit für Arbeitsplätze und Wachstum. Ohne dieses können wir uns teure soziale Wohltaten noch weniger leisten.“

Ähnlich äußerte sich der CDU-Wirtschaftspolitiker Carsten Linnemann. „Es gibt jetzt keinen Grund, die Pferde wild zu machen. Aber wir sollten die leichten Eintrübungen durchaus als Warnsignal sehen“, sagte der Vorsitzende der Unions-Mittelstandsvereinigung der „Stuttgarter Zeitung“.

Linnemann plädierte für eine neue Schwerpunktsetzung in der Wirtschaftspolitik. „Die Koalition muss sich künftig wieder mehr auf das Erwirtschaften und weniger auf das Verteilen konzentrieren.“ Ansonsten werde Deutschland seinen Wohlstand nicht halten können.

Besorgt äußerte sich auch Linksparteichef Bernd Riexinger. „Der Weltmeister-Rausch ist vorbei“, sagte Riexinger Handelsblatt Online. Jetzt müssten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) liefern. „Die dauernde Schönrednerei führt zu Stillstand. Die Warnzeichen kann jeder sehen, der sie sehen will. Die weltpolitischen Risiken sind riesig.“

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  • Weil Sie ein mündiger Bürger sind oder sein wollen
    und unsere Welt korrupt,unfair und verlogen ist.

    Ich empfehle hierzu mal die BBC Newssite unter
    http://www.bbc.com/news/

  • Erstmal wurde die Rechnungslegung geändert durch SNA
    2008 bzw. das EU-Pendant dazu.

    2. gibt zurzeit relativ viele Krisenherde
    3. wirkt die letzte Wirtschaftskrise von 2007 immer
    noch nach

    und zu guter Letzt sind Sie auch selbst Schuld wegem
    dem Sanktions hin-und-her mit Russland.

    Das ist kein Warnsignal sondern einfach nur nochmal
    und überhaupt kein Problem dadurch werden wohl sicher
    nicht Hunderttausende arbeitslos werden.

    Wehe wenn sich die unwissende deutsche Politik hier
    einmischt denn dann geht es eher noch weiter nach
    unten als wieder nach oben.

    Was wir zurzeit brauchen ist einfach mal wieder etwas
    mehr Ruhe und Sicherheit gerade wenn man mal etwas
    Geld in die Hand nehmen will.

    Also Ruhe bewahren und Füsse stillhalten.

  • dass der Linken nichts anderes als Schuldenmachen einfällt, ist schon klar. Wir können doch heute bei extrem hohen Steuereinnahmen die Schulden schon nicht zurück zahlen. Auch wenn die Zinsen niedrig sind, sie werden auch wieder steigen. Wer zahlt dann unter schlechteren Bedingungen die höheren Zinsen? Antwort: niemand, wird über Inflation erledigt. Soll wohl Wirtschaftspolitik sein? Selbst wenn die Konsumenten mehr Geld bekommen (auf Pump), dann ist erstens nicht sicher, dass sie dieses auch verkonsumieren und wenn, dann zweitens nicht überwiegend für deutsche Produkte,sondern für chinesische. Man könnte die Verbraucher sofort entlasten, wenn man die Belastungen aus dem "Drecks-" EEG, wie eigentlich richtig, auf den Bundeshaushalt verlagert und weitere Subventionen hieraus einstellt. Das wäre auch sozial. Der Wirtschaft wäre deutlich besser gedient, wenn Bürokratismus abgebaut und kein neuer aufgebaut würde. So könnte man z.B. den Wohnungsbau fördern, statt ihn abzuwürgen. Aber noch sind ja die meisten mit Frau Merkel zufrieden. Wir werden wohl erst wieder durch ein "Tal der Tränen" müssen.

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