Schuldenkrise

Arbeitslosenquote auf neuem Rekordhoch

Die Krise wirkt sich immer stärker auf den Arbeitsmarkt in den Euro-Ländern aus. Im September waren fast 18,5 Millionen Menschen ohne Job. Ein kleiner Lichtblick: Der Anstieg der Verbraucherpreise hat sich verlangsamt.
Update: 31.10.2012 - 13:46 Uhr 21 Kommentare
Der Arbeitsmarkt im Krisenland Spanien ist besonders hart betroffen. Quelle: dpa

Der Arbeitsmarkt im Krisenland Spanien ist besonders hart betroffen.

(Foto: dpa)

Luxemburg/BrüsselDie Zahl der Arbeitslosen ist in der Eurozone auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Fast 18,5 Millionen Menschen waren im September in den 17 Euro-Ländern ohne Job, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Das entspricht einem Rekordhoch von 11,6 Prozent nach 11,5 Prozent im Vormonat. Vor einem Jahr hatte die Arbeitslosenquote in der Eurozone noch bei 10,3 Prozent gelegen.

In dem von einer Wirtschafts- und Schuldenkrise erschütterten Spanien haben insbesondere die Jüngeren immer schlechtere Jobperspektiven: Die Jugendarbeitslosigkeit kletterte auf eine Quote von 54,2 Prozent. In Frankreich ist mehr als jeder vierte junge Bürger unter 25 Jahren ohne Arbeit, während es hierzulande nur acht Prozent sind. Insgesamt waren in den 17 Staaten der Euro-Zone im Vormonat 18,49 Millionen Menschen ohne Job. In der Europäischen Union erhöhte sich die Zahl auf 25,7 Millionen.

Deutschland gehört zu den Euro-Ländern mit den niedrigsten Arbeitslosenquoten. Die Gruppe wird angeführt von Österreich mit einer Quote von 4,4 Prozent und Luxemburg mit 5,2 Prozent. In Deutschland und den Niederlanden lag die Arbeitslosigkeit nach Eurostat-Berechnungen bei jeweils 5,4 Prozent.

Einen kleinen Lichtblick gibt es hingegen bei den Verbraucherpreisen. Die Statistikbehörde Eurostat in Brüssel meldete am Mittwoch in einer ersten Schätzung eine Jahresteuerung von 2,5 Prozent. Damit hat der Preisauftrieb in der Euro-Zone leicht nachgelassen.

Dennoch ist die Inflationsrate damit weit höher als der EZB lieb sein kann, die bei Werten von knapp unter zwei Prozent von Preisstabilität spricht. Diese Marke ist nunmehr fast zwei Jahre lang verfehlt worden.

Hauptgrund für die etwas niedrigere Inflationsrate waren die Energiepreise, deren Auftrieb sich auf 7,8 von 9,1 Prozent verlangsamte. Dagegen beschleunigte sich der Preisanstieg bei Lebensmitteln. "Obwohl die Inflationsrate nunmehr bereits 23 Monate in Folge über dem Zielwert der EZB liegt, halten sich die Inflationsängste weiterhin in Grenzen", meint Ökonom Christoph Weil von der Commerzbank. Der Lohnauftrieb im Euroraum sei weiter verhalten und die schwache inländische Nachfrage begrenze den Preiserhöhungsspielraum der Firmen.

Die EZB, die am kommenden Donnerstag zu ihrer nächsten Ratssitzung zusammenkommt, rechnet erst im Laufe des nächsten Jahres mit einem Sinken des Preisdrucks unter die magische Marke von zwei Prozent. Zuletzt war dieses Ziel im November 2010 erreicht worden, als die Inflationsrate bei 1,9 Prozent lag. Von Reuters befragte Experten erwarten mehrheitlich, dass die Frankfurter Währungshüter den historisch niedrigen Leitzins von derzeit 0,75 Prozent im ersten Quartal 2013 auf 0,5 Prozent kappen werden und danach konstant halten. Rund ein Drittel der 73 befragten Ökonomen hält eine Senkung sogar noch in diesem Jahr für möglich.

Die Verbindung von erhöhtem Preisdruck und anhaltender Arbeitsmarktmisere ist nach Ansicht von Analyst Ben May von Capital Economics Gift für die Konsumentenstimmung: "Das ist ein schlechtes Omen für den privaten Verbrauch." Anders als in der gesamten Euro-Zone können sich die Verbraucher in Deutschland hingegen über stabile Preise und einen vergleichsweise robusten Arbeitsmarkt freuen. Daher konnten die hiesigen Einzelhändler ihren Umsatz im September so kräftig steigern wie seit über einem Jahr nicht mehr.

 
  • afp
  • rtr
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21 Kommentare zu "Spanien hart betroffen: Arbeitslosenquote im Euroraum auf neuem Rekordhoch"

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  • hi hb leser....ich meinte selber schuld,vom user Arn!...Beitrag,weil er sich darüber äussert hereinspaziert Griechen und Spanier....und womöglich meinte er auch noch ironischer Weiser dann wenns so kommt ...rein Ausländer nach Deutschland ,wir kümmern uns um euch und bezahlen fleissig...klingt irgendwie ein bisschen naja du weisst schon...oder ?...PS...tja und ich lebe seit 47 Jahren hier und zahle fleissig Steuern... GRieche !

  • @Lebemann

    Da haben Sie schon Recht. Allerdings habe ich deshalb auch kein Mitleid mit den Unternehmen, wenn sie immer wieder schimpfen das der Binnenhandel schrumpft ;-)
    Die "Hauptverbraucher" sind nun einmal nicht die oberen Zehntausend. Höchstens bei Luxusartikeln. Und wenn der Rest immer weniger Mittel hat, dann bricht eben das Geschäft weg. Da beisst sich nunmal die Katze in den eigenen Schwanz ;-)

  • Ich danke Ihnen für diesen Text. Sie nehmen mir das Wort aus dem Mund und haben mir viel Schreibarbeit erspart.
    100% Zustimmung.

  • Wenn es Deutschland gut geht und den anderen schlecht?
    Ja, dann gehn die Deutschen mal wieder mit der Konjunktur, während den anderen die lange Nase gezeigt wird.
    Zur Not Resteuropa gleich mitprivatisieren und schon flutscht es wieder mit der deutschen Hegemonie.

  • Die Produktion wird rationeller und damit wird die Arbeit weniger. Aber warum soll man das wenigere nicht gerecht verteilen können?
    Es fehlt an Willen und Kreativität.

  • "Die Angst aller Mitarbeiter, sie könnten ihren Arbeitsplatz verlieren, ist ein zuverlässiger Verbündeter. Für wen? Natürlich für uns, die Unternehmer! Und die Presse hilft mit, dass diese Angst lebendig bleibt – bei allen Arbeitnehmern."

    Das System ist noch viel perfider. Wer keine Arbeit hat, kann auch die eigenen Produkte nicht kaufen. Also muß er auf Billigware umsteigen. Ist ja nicht so, das bestimmte Dinge dann einfach nicht mehr gebraucht werden, sie werden, wie für den Schlußverkauf, extra hergestellt.
    Diese kann man aber nicht mit den eigenen hohen Anforderungen an den Arbeitsmarkt produzieren. Also hat man den neuen Welt-Handel und Reformen erfunden. Der Wettbewerb wird es schon richten.
    Es werden immer weniger Menschen gebraucht um die Produkte für den täglichen Bedarf herzustellen. Also gibts es sowieso immer weniger Arbeit, egal welche Reformen man sich nun ausdenken mag, oder für wieviel wenig Geld die Leuten arbeiten, und wieviel Ressourcen man ausverkauft, egal wo auf der Welt.
    Es gibt irgendwann, wenn es nicht schon soweit ist, für jeden Erdenbürger ein gebautes Auto.
    Die Politik und die lieben Märkte müssen sich was anderes zur monetären Absicherung einfallen lassen, wenn sie weiterhin ihre Konsumentenzucht beflügeln wollen.
    Kaufen plötzlich 1 Mill Menschen keine ipods mehr, oder trinken 1 Mill. Menschen keine Coca-Cola mehr, ist die Ami-Börse dahin, die nächste Krise steht an.
    Es wird Zeit sich wieder auf die eigenen Ressourcen zu besinnen, auch mal wieder Schuhe und Autos reparieren lassen, statt weg zu werfen. Die Spaßgesellschaft wirds auch nicht allein richten.


  • Wollen Merkel (Ex FDJ und möglicherweise schlimmeres), Barroso (Ex Maoist und Freund der Hochfinanz), Draghi (Ex Goldman Sachs), dass es den Menschen gut geht ? Nein, das ist denen völlig egal und deshalb kann auch deren Politik nicht im Sinne der Menschen sein.

  • Zustimmung. Das frage ich mich auch seit einiger Zeit. Inzwischen halte ich selbst extreme Parteien für näher am Grundgesetz, als die Sozialistische Einheitspartei CDUFDPSPDGRÜNE, denn die CFSG unterstützt aktiv und nachweisbar den Bruch geltenden Rechts.
    Innovative Parteien, wie z.B. FreieWähler oder Wahlalternative2013 sind sowieso näher am Grundgesetz.

  • uns Führen Leute die ausgesorgt haben!
    wer denkt denn an den Pöbel da unten, wir spielen
    keine Rolle in dem System mehr...aber wo führt das hin.

    bis 70 knüppeln und dann bekommt man 650 EUR zum sterben!

  • Das ist komplett richtig! Nur der MOP (80% der Bevoelkerung) hat keinerlei Ahnung und auch kein Interesse an WISSEN!
    Insofern hat das VOLK genau das was es verdient hat!
    Die einzige Frag, die sich stellt ist, wieso ziehen die 20% einigermassen aufgeklaerten nicht die Konsequenz?

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