Spannung vor der Rede
Die riskante Wette des Ben Bernanke

Die erste Pressekonferenz in der Geschichte der US-Notenbank ist ein mutiger und richtiger Schritt. Trotzdem droht eine Enttäuschung.

Die Enttäuschung scheint programmiert. Wenn US-Notenbankchef Ben Bernanke heute erstmals in der Geschichte der Fed eine geldpolitische Entscheidung auf einer öffentlichen Pressekonferenz begründet, kann er wohl trotz wachsender Inflationssorgen keinen geldpolitischen Richtungswechsel verkünden.

Zu groß wäre die Gefahr, dass er mit einer strafferen Geldpolitik das zu Jahresbeginn wieder rückläufige Wirtschaftswachstum in den USA schwächen würde. Damit würde er das zentrale Versprechen seiner zweiten Amtszeit, Konjunktur und Arbeitsmarkt mit den Mitteln der Geldpolitik wieder anzukurbeln, schnell wieder brechen.

Um dieses Versprechen einzulösen, ist Bernanke eine riskante Wette eingegangen. Er hat in der Finanzkrise zunächst die Leitzinsen faktisch auf null Prozent gesenkt und dann für Billionen von Dollar Hypotheken- und Staatsanleihen gekauft. So verhinderte er den Kollaps der Wirtschaft 2008/2009. Aber er und US-Präsident Barack Obama wetteten mit dieser Politik auch darauf, dass es Bernanke gelänge, dieses frisch gedruckte Geld wieder abzuziehen, bevor es zu einer galoppierenden Inflation führt.

Bis Jahresbeginn sah es auch so aus, als könnte die Wette aufgehen. Die Wirtschaftsleistung der Vereinigten Staaten erreichte Ende 2010 das Vorkrisenniveau, der private Konsum versprach weiterhin überdurchschnittliches Wachstum, und die Preissteigerung hielt sich im Rahmen. Doch dann brachen die Unruhen in Nordafrika und Arabien aus und heizten den Ölpreisanstieg weiter an.

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