Spielraum für Zinssenkung
Bank of England sorgt sich um Wachstum und Inflation

Die britische Notenbank sieht in den kommenden Wochen trotz einer befürchteten deutlichen Abkühlung des Wirtschaftswachstums keine Möglichkeit für Zinssenkungen. Im Verlauf des Jahres 2008 dürfte der Spielraum aber größer werden.

mm/rtr LONDON. Das signalisierte die Zentralbank in ihrem ersten vierteljährlichen Inflationsbericht seit Ausbruch der großen Kreditkrise. Insgesamt bewertet die Bank of England das britische Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr deutlich skeptischer als bislang. Es gebe zudem die Gefahr, dass die Konjunktur noch stärker unter der Krise leiden werde als derzeit angenommen.

Gleichzeitig gehen die Volkswirte der Notenbank aber davon aus, dass die Inflationsrate 2008 über dem Ziel von 2,0 Prozent verharren wird und angesichts steigender Energie- und Lebensmittelpreise und der Tatsache, dass die Steigerung der Erzeugerpreise in dieser Woche auf den höchsten Stand seit zwölf Jahren kletterte erst 2009 wieder unter diese Marke fallen wird.

Der Bericht der Notenbank bestärkte die Finanzmärkte in ihrer Überzeugung, dass die britischen Leitzinsen in diesem Jahr nicht mehr fallen, aber im kommenden Jahr ein bis zwei mal gesenkt werden. „Der Ausblick der Zentralbank ist deutlich pessimistischer als noch im August“, erläuterte BNP-Paribas-Volkswirt Alan Clarke. Einige Experten rechnen bereits im ersten Quartal mit der ersten Zinssenkung. Der Schlüsselzins in Großbritannien beträgt derzeit 5,75 Prozent.

Vor allem die unter der weltweiten Kreditkrise leidende Finanzwirtschaft hatte auf eine schnelle Zinssenkung der Bank of England noch in diesem Jahr gehofft. An der Londoner Börse halten sich seit Wochen Gerüchte, dass einige britische Banken wegen der Krise vor milliardenschweren Abschreibungen stehen. Mitte September musste die Bank of England bereits den in akute Finanznot geratenen Baufinanzierer Northern Rock mit einem Notfallkredit von mehr als 20 Mrd. Pfund retten.

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