Spielraum für Zinssenkungen
IWF: US-Wirtschaftserholung birgt Risiken

Die Wirtschaftserholung in den USA gewinnt nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zwar an Fahrt, birgt aber auch noch Risiken. Die US-Notenbank (Fed) habe aber weiteren Spielraum für Zinssenkungen, falls die Inflation weiter rückläufig bleibt, teilte der IWF am Dienstagabend in Washington mit.

Reuters WASHINGTON. Der IWF wiederholte seine früheren Empfehlungen, wonach die US-Regierung ihren Haushalt in Ordnung bringen müsse. Hier sei entschiedenes Handeln notwendig. Die USA hatten vor einigen Wochen wegen der Kosten für den Irak-Krieg sowie wegen eines Steuersenkungsprogramms für das laufende Fiskaljahr ein Rekorddefizit von fast einer halben Billion Dollar ausgewiesen.

Der vergleichsweise niedrige Dollarkurs könnte allerdings das ebenfalls große Leistungsbilanzdefizit verringern helfen, stellte der IWF fest. Das Defizit hat bereits ein Volumen von etwa fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht. Der IWF hat bereits mehrfach das so genannte Zwillingsdefizit der weltgrößten Volkswirtschaft angeprangert.

Die US-Wirtschaft war im zweiten Quartal nach einer ersten Schätzung des Handelsministeriums vor allem dank eines kräftigen Anstiegs der Militärausgaben im Zuge des Irak-Kriegs um 2,4 % nach 1,4 % im Vorquartal gewachsen. Für das zweite Halbjahr wird in den USA daher weithin eine spürbare konjunkturelle Belebung erwartet. Diese Einschätzung wird unisono von zahlreichen Volkswirten, der Fed und auch der US-Regierung vertreten. Der IWF änderte seine Prognose für das US-Wachstum nur marginal. In diesem Jahr dürfte das Bruttoinlandsprodukt um real 2,25 (April-Prognose: 2,2) Prozent und im kommenden Jahr um 3,5 (3,6) zunehmen, erklärte der IWF.

Die US-Leitzinsen sind derzeit mit einem Prozent auf dem niedrigsten Stand seit 45 Jahren. Die Fed wird in der nächsten Woche (12. August) erneut über die Geldpolitik beraten. An den US-Kreditmärkten sind die Renditen in den vergangenen Wochen kräftig gestiegen, so dass die Zinsen für Verbraucher, Unternehmen und Hypotheken derzeit eher wieder anziehen.

Die Preisentwicklung in den USA dürfte nach IWF-Einschätzung moderat verlaufen. Die Verbraucherpreise dürfte in diesem Jahr um etwa 1,25 % steigen, erklärte der IWF weiter. Der IWF empfahl der US-Notenbank, sich mittelfristig ein Preisziel zu setzen, an denen sich Inflationserwartungen festmachen könnten. Dies wäre gerade in der derzeitigen Situation von sehr niedrigen Zinsen und - wenn auch geringen - Deflationsgefahren wünschenswert. Die Europäische Zentralbank hat die Obergrenze für eine noch tragbare Inflationsrate bei zwei Prozent definiert.

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