Staatsfonds in Schieflage
IWF überprüft die Dubai-Krise

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will die Krise um den angeschlagenen Staatskonzern Dubai World genauer unter die Lupe nehmen. Vertreter mehrerer Banken haben unterdessen Beratungen über eine mögliche Umschuldung des Staatsfonds aufgenommen.
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HB WASHINGTON. Eine Abordnung des IWF solle in den kommenden Wochen in das Golfemirat reisen und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Probleme untersuchen, sagte der zuständige Direktor für den Nahen Osten und Zentralasien, Masud Ahmed, am Montagabend. Die Vereinigten Arabischen Emirate, zu denen Dubai gehört, benötigten aber keine finanzielle Hilfe, um die Krise zu bewältigen. Der Golfstaat habe genug eigene Mittel, sagte Ahmed. Gleichwohl würden die Probleme um Dubai World den Aufschwung in dem einstigen Boom-Land voraussichtlich bremsen.

Im Sog der Kreditkrise des Staatsfonds Dubai World sind die Aktienkurse in Dubai und Abu Dhabi am Dienstag erneut eingebrochen. In Dubai gab der Index am Vormittag um sechs Prozent nach, in Abu Dhabi um drei Prozent.

Einem Bericht der „Financial Times“ zufolge trafen sich am Montag erstmals Vertreter mehrerer Banken mit Mitarbeitern von Dubai World, um über die Umschuldung von 26 Milliarden Dollar zu sprechen. Die größten Gläubiger würden wahrscheinlich ein gemeinsames Gremium bilden, berichtete die Zeitung unter Berufung auf informierte Personen.

Ein entscheidender Punkt der Verhandlungen sei der Umgang mit einer Anleihe nach islamischen Recht, einem sogenannten Sukuk, die von Dubai Worlds Immobilientochter Nakheel ausgegeben worden war und mit 4,05 Milliarden Dollar am 14. Dezember fällig wäre. Bisher sei darüber keine Einigung erzielt worden, hieß es. An den Gesprächen sollten Kreisen zufolge Standard Chartered, HSBC, Lloyds, die Royal Bank of Scotland, Abu Dhabi Commercial Bank und Emirates NBD teilnehmen.

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