Stärkstes Produktionsplus seit rund vier Jahren
US-Konjunktur gewinnt weiter an Fahrt

Die US-Industrieproduktion hat im November deutlicher zugelegt als von Volkswirten erwartet. Damit wird die Wachstumsbeschleunigung in den USA zunehmend von der Industrie angetrieben.

HB WASHINGTON. Im November verzeichnete der Wirtschaftszweig zur Überraschung von Volkswirten und Finanzmärkten den stärksten Produktionszuwachs seit mehr als vier Jahren. Sollte sich der Trend fortsetzen, gehen Analysten auch von einem spürbaren Stellenzuwachs in dem zuletzt krisengeschüttelten Sektor aus. Als positiv werteten Experten am Dienstag auch den überraschenden Rückgang der Verbraucherpreise im vergangenen Monat. Da sich trotz der Konjunkturerholung weiterhin keine Inflationsgefahren abzeichneten, könne die US-Notenbank (Fed) die wirtschaftliche Belebung noch für geraume Zeit mit einem anhaltend niedrigen Zinsniveau von 1,0 % unterstützen. Die US-Standardwerte reagierten mit Kursgewinnen auf die Konjunkturdaten. Auch der Dollar erholte sich etwas zum Euro.

Nach Fed-Angaben legte die Gesamterzeugung der Fabriken, Bergwerke und Energieversorger im November zum Vormonat um 0,9 % zu. Dies war das stärkste Plus seit Oktober 1999. Analysten hatten im Schnitt mit einem schwächeren Produktionszuwachs von 0,5 % gerechnet. Positiv für die weitere Beschäftigungsentwicklung in der Industrie werteten Analysten auch die zunehmende Auslastung der vorhandenen Kapazitäten. Diese Kennziffer stieg auf 75,7 (Vormonat 75,1) Prozent. Sie lag damit so hoch wie seit September 2002 nicht mehr. Analysten hatten mit 75,3 % gerechnet.

Die Daten lieferten einen weiteren Beleg für die Erholung der US-Industrie, die von dem jüngsten Konjunkturabschwung besonders stark betroffen war. Volkswirte zufolge hellen sich Aussichten für den Wirtschaftszweig zunehmend auf. „Angesichts der starken Auftragseingänge im Oktober können wir, denke ich, für das kommende Jahr eine viel stärkere Entwicklung erwarten als im vergangenen Jahr“, sagte David Resler von Nomura Securities. „Wenn dieses Wachstum weiter anhält, sollten wir im Verarbeitenden Gewerbe in wenigen Monaten einen Stellenzuwachs feststellen“, fügte Christopher Low von FTN Financial hinzu. Allein in den vergangenen drei Jahren wurden in der Branche mehr als 2,5 Mill. Stellen abgebaut.

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