Starker BIP-Einbruch erwartet
Goldman malt Horrorszenario für Deutschland

Die Wirtschaft in Deutschland befindet sich im Sturzflug, und wann der Boden erreicht sein wird, ist nicht absehbar. Im Gegenteil: Die jüngsten Daten vom verarbeitenden Gewerbe verheißen nichts Gutes. Goldman Sachs hat daher seine Prognose für das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland 2009 drastisch gesenkt. Nun wird ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,2 Prozent erwartet.



FRANKFURT/DÜSSELDORF. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Studie der Investmentbank hervor. Bisher war mit 2,6 Prozent nur ein halb so starker Rückgang erwartet worden. Grund sei ein für das erste Quartal inzwischen erwarteter schärferer Einbruch als bisher unterstellt. Die harten Fakten hätten zuletzt gezeigt, dass sich der Abschwung zu Jahresbeginn noch verstärkt habe. Die Industrie bleibe im freien Fall, heißt es. Vor diesem Hintergrund sei erst im vierten Quartal 2009 wieder ein Wachstum zu erwarten.



Die von Goldman Sachs erwähnten Daten sprechen tatsächlich ein deutliche Sprache: Die deutsche Industrie hat demnach im Januar dieses Jahres einen beispiellosen Produktionseinbruch erlebt. Gegenüber dem Januar 2008 lag der Umsatz der Verarbeitenden Industrie um 20,0 Prozent niedriger, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Das sei der stärkste Einbruch seit Beginn der Berechnungen im Jahr 1991. Bereits im Vormonat waren die Umsätze um 12,6 Prozent weggebrochen. Der Inlandsumsatz nahm im Januar um 16,6 Prozent ab, während der Auslandsumsatz um 23,8 Prozent einbrach. Besonders stark betroffen war die Autoindustrie, der mehr als ein Drittel (34,3 Prozent) Umsatz wegbrach.

Auf einen horrormäßigen Jahresbeginn für die deutsche Wirtschaft deuteten bereits gestern die Industrie-Auftragseingänge hin. Industrie-, Bau- und Energieunternehmen stellten demnach zusammen 7,5 Prozent weniger her als im Dezember. Das ist der stärkste Rückgang seit Einführung der Statistik 1991.

Auch eine Umfrage des Psephos-Instituts im Auftrag des Handelsblatts und der Unternehmensberatung Droege & Com unter deutschen Spitzenmanagern bestätigt den Negativ-Trend. Mehr als die Hälfte der rund 800 befragten Führungskräfte ist der Auffassung, dass sich die Geschäfte weiter verschlechtern. Etwa jeder dritte Manager erwartet „nicht vor 2010“ eine Belebung. Weitere neun Prozent rechnen sogar noch später mit einer Besserung.

Besonders pessimistisch sind die Großunternehmen mit mehr als 5000 Beschäftigten. Hier erwarten 68 Prozent schlechtere Geschäfte. Wichtigster Grund für den Pessimismus in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft ist das schwache Auslandsgeschäft. 60 Prozent der exportorientierten Unternehmen bezeichneten die eigenen Geschäfte als schlecht. 53 Prozent erwarten, dass dies in den kommenden zwölf Monaten so bleibt oder sogar noch schlimmer wird.

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