Start der US-Weihnachtssaison
„Black Friday“ treibt die Märkte an

Wie selten zuvor entscheidet das amerikanische Weihnachtsgeschäft dieses Jahr über das weitere Schicksal der größten Volkswirtschaft der Welt. Wegen der dramatischen Kreditkrise ist das Geschäft gefährdeter und zugleich wichtiger denn je. Bei einem Flop droht den USA die Rezession. Der vergangene „Black Friday“ zeigte nun, wohin die Reise geht. Und die internationalen Börsen reagierten prompt.

HB CHICAGO/FRANKFURT. Aufatmen in den USA. Der US-Einzelhandel ist mit einem Massenandrang ins Weihnachtsgeschäft gestartet. Angelockt durch rekordverdächtige Rabattaktionen strömten die Kunden zum offiziellen Auftakt des Weihnachtsgeschäft nach dem „Thanksgiving“-Fest in Scharen durch die Läden und Shoppingcenter.

Dabei gaben sie ersten Schätzungen zufolge sogar deutlich mehr Geld aus als vor einem Jahr. Die Umsätze übertrafen zum offiziellen Start der Weihnachtssaison nach Angaben der Branchenforscher von ShopperTrak das Niveau des Vorjahres um mehr als acht Prozent. Von Freitag bis Sonntag hätten die Kunden 42 bis 43 Milliarden Dollar ausgeben, teilte der Dienst Spendingpulse des Kreditkartenunternehmens Mastercard mit. Dies ein Zuwachs zwischen 4,5 und 5,5 Prozent.

Auf die ersten Kunden warteten Preisabschläge von bis zu 75 Prozent. „Wir brauchen die aggressiven Rabatte, um die Massen anzuziehen“, sagte Terry Lundgren, Chef der Handelsketten Macy's und Bloomingdales. Oft waren die lukrativsten Lockangebote rasch ausverkauft. Andernorts wurden die anfangs hohen Rabatte fast im Stundentakt zurückgefahren - wie im Kaufhaus Saks auf der noblen New Yorker Fifth Avenue. Zu den Rennern zählen in diesem Jahr Spielekonsolen, Fernseher, Navigationsgeräte, Spielzeug, Winterkleidung und - immer mehr -Geschenkgutscheine.

Die Ausgabenfreude ist in diesem Jahr nicht nur eine große Erleichterung für die Einzelhändler des Landes: Weltweit ging an den Finanzmärkten die Angst um, die US-Bürger könnten wegen der Immobilienkrise und des hohen Ölpreises ihren Gürtel enger schnallen und so die größte Volkswirtschaft der Welt in eine Rezession stürzen.

Entsprechend erleichtert reagierten die Märkte auf die Nachricht vom dichten Gedränge in den US-Shopping-Malls. Bereits am Freitag waren an der New Yorker Börse die Aktien der großen Einzelhandelsketten wie Wal-Mart, Macy's, Best Buy und Sears deutlich gestiegen.

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In Tokio schloss der Nikkei-Index der 225 führenden Werte am Montag 1,66 Prozent im Plus bei 15 135 Punkten. Insbesondere Exportwerte profitierten vom guten Auftakt des Weihnachtsgeschäftes in den Vereinigten Staaten. Canon-Papiere etwa stiegen um knapp 2,6 Prozent. Sony -Aktien verteuerten sich um 4,56 Prozent. Auch der Dax starte mit einem Plus in die Woche. Der Index kletterte bis zum Mittag um 0,5 Prozent auf 7646 Punkte. Trotzdem zeigten sich die Händler nur vorsichtig optimistisch. „Die Erholung ist noch etwas wackelig“, sagte ein Börsianer in Frankfurt. Die nächsten Tage dürften zeigen, ob die Talfahrt am Aktienmarkt in Folge der US-Hypothekenkrise ausgestanden sei.

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