Statistik des Bundeswirtschaftsministeriums
Deutsche Produktion im Mai gesunken

Die deutsche Produktion ist im Mai gesunken und hat damit die Chancen auf Wirtschaftswachstum im zweiten Vierteljahr weiter verringert. Von April auf Mai habe die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe saisonbereinigt um 0,7 % abgenommen, teilte das Bundeswirtschaftsministerium (BMWA) am Dienstag in Berlin mit.

Reuters BERLIN. Ausschlaggebend für das Minus waren vor allem Produktionsrückgänge am Bau und der Industrie. „Bei der Entwicklung der Produktion im Mai ist zu berücksichtigen, dass dieser Monat anders als sonst üblich einen zusätzlichen Brückentag aufwies“, erklärte das BMWA mit Blick auf die Lage des Mai-Feiertags. Die Finanzmärkte reagierten zunächst kaum auf die Daten. Die wochenlangen Streiks in der ostdeutschen Metallindustrie dürften die Produktion im Juni weiter belastet haben: Die Autoherstellung sank um ein Fünftel.

Höchstens minimales Wirtschaftswachstum im 2. Quartal

„Nach dem schlechten Auftragseingang hatte sich ja schon ein Rückgang bei der Produktion abgezeichnet. Offen war nur die Höhe des Schrumpfens“, sagte Volker Nitsch von der Bankgesellschaft Berlin. Der bereits am Freitag veröffentliche Rückgang des Auftragseingangs um 2,2 % im Mai hatte viele Volkswirte skeptischer im Vergleich zu ihrer ursprünglichen Prognose werden lassen. Davor hatten sie noch im Schnitt mit einem Anstieg um 0,2 % gerechnet.

Volkswirte nannten den Produktionsrückgang ein schlechtes Vorzeichen für die gesamte Wirtschaftsentwicklung im zweiten Vierteljahr. „Im zweiten Quartal werden wir vermutlich eine Stagnation beim BIP sehen...man muss damit rechnen, dass die Produktion im zweiten Quartal deutlich negativ war“, sagte Uwe Angenendt von der ING BHF-Bank. Auch Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) nannte die wirtschaftliche Lage trotz des überraschenden Rückgangs der Arbeitslosigkeit „unverändert schwach“.

Ein negatives Signal für die Juni-Produktion lieferte bereits die Auto-Branche: Nach ersten Anzeichen einer Erholung ist der deutsche Automobilmarkt im vergangenen Monat unerwartet stark eingebrochen. Vor allem die Produktion und Exporte von Personenwagen deutscher Hersteller sanken im Juni mit jeweils fast 20 % im Vergleich zum Vorjahr deutlich, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilte.

Baugewerbe mit deutlichem Minus

Bereits im April hatte das produzierende Gewerbe 1,2 % weniger hergestellt. Damit ergab sich im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich April/Mai zu Februar/März den BMWA-Angaben zufolge ein Rückgang der Erzeugung um 1,7 %. Im Vergleich zum Mai 2002 lag die Produktion nach Reuters-Berechnungen auf Basis von Bundesbank-Daten um rund 0,2 % höher. In Westdeutschland produzierte der Sektor 0,6 % weniger als im April, das ostdeutsche Produzierende Gewerbe stellte 1,4 % weniger her. Das deutsche Baugewerbe verbuchte einen monatlichen Rückgang der Produktion um 3,9 % - damit erfüllte sich die Hoffnung einiger Analysten noch nicht, dass sich eine hohe Zahl von Baugenehmigungen bereits in vielen Baubeginnen niederschlagen könnte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%