Statistik
Deutsche Erzeugerpreise im freien Fall

Die Krise selbst scheint ihre Talsohle erreicht zu haben, doch die Auswirkung des Einbruchs verschärfen sich zusehens: Die Erzeugerpreise in Deutschland befinden sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im freien Fall. Erst zum Jahresende dürfte die Talfahrt vorbei sein.
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HB BERLIN. Molkereien, Schlachtbetriebe, Wurstfabriken und andere Nahrungsmittelproduzenten haben ihren Preise in Rekordtempo gesenkt. Sie fielen im Oktober um durchschnittlich 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. „Einen stärkeren Rückgang hat es seit mindestens 1976 nicht gegeben“, sagte eine Statistikerin.

Ein Grund dafür ist der Verfall der Milch- und Fleischpreise: Milch und Rahm kosteten 22,4 Prozent und Fleisch (ohne Geflügel) 13,0 Prozent weniger. Wegen der Wirtschaftskrise waren die Weltmarktpreise für diese Produkte in den Keller gerutscht.

Auch bei den Erzeugern von Energie, Metallen und anderen gewerblichen Produkten setzte sich der Preisverfall fort. Die gesamten Produzentenpreise fielen wie schon im September um durchschnittlich 7,6 Prozent. Im Juli hatte es mit 7,8 Prozent den stärksten Rückgang seit Bestehen der Bundesrepublik gegeben. Im Vergleich zum Vormonat blieben die Preise stabil.

Grund für den starken Rückgang ist deutlich billigere Energie. Sie kostete im Schnitt 16,6 Prozent weniger als im Oktober 2008. Erdgas verbilligte sich dabei um ein Drittel und Heizöl um ein Fünftel. Die Preise für Metalle und andere Vorleistungsgüter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet und umgewandelt werden, kosteten 6,1 Prozent weniger.

Die Produzenten geben die Richtung für die Verbraucherpreise vor: Der Handel reicht niedrigere Einkaufskosten in der Regel an seine Kunden weiter. Im Oktober waren die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent gefallen. Experten gehen davon aus, dass die Preise am Jahresende wieder leicht steigen.

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