Statistik
Industrie wuchs im Februar um 1,0 Prozent

Der Aufschwung in der deutschen Industrie hat sich im Februar weiter verstärkt. Volkswirte zeigten sich vom Ausmaß des Wachstums durchaus angetan: Sie hatten mit einem geringeren Plus gerechnet.

HB BERLIN. Industrie, Energiewirtschaft und Bau fuhren ihre Produktion um insgesamt 1,0 Prozent hoch, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mitteilte. Bereits im Januar war die Produktion um 0,4 Prozent gestiegen, und nicht wie zunächst gemeldet leicht gesunken. „Die vorliegenden Ergebnisse zur Produktion im Produzierenden Gewerbe zeigen, dass sich der aufwärts gerichtete Trend ungebrochen fortsetzt“, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Angesichts der anhaltend optimistischen Stimmung bei den Unternehmen sei auch in den kommenden Monaten mit zunehmender Produktion zu rechnen.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Produktionsanstieg von nur 0,7 Prozent gerechnet. „Das sieht solide aus, der Industrie geht es gut“, resümierte Dirk Schumacher von Goldman Sachs. Angesichts der guten Stimmung in der Wirtschaft dürfte sich der Aufschwung fortsetzen: „In dem Tempo wird es auch die nächsten Monate weitergehen.“ Brian Mandt von der Postbank pflichtete bei: „Wir haben ein gutes Auftragspolster und gute Stimmungsindizes.“

Auch der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) bewertet die wirtschaftlichen Aussichten immer zuversichtlicher. Mit etwas Glück hält er in diesem Jahr nun auch ein Wachstum von zwei Prozent für möglich. Im Schnitt gehen Banken-Volkswirte von einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,7 Prozent aus. Bundesbankpräsident Axel Weber sagte, die Bundesbank halte „zunächst“ an ihrer Prognose von anderthalb Prozent fest.

Im weniger schwankungsanfälligen Zwei-Monats-Vergleich stellte das Produzierende Gewerbe im Januar und Februar 1,2 mehr her als Ende 2005. Die Industrie produzierte im Februar 0,6 Prozent mehr als noch im Januar. Die Herstellung von Investitionsgütern stieg um 1,5 Prozent, von Vorleistungsgütern um 0,2 Prozent und von Konsumgütern um 0,1 Prozent. Der Bau verzeichnete ein Plus von 2,0 und die Energiewirtschaft von 3,7 Prozent. „Die Bautätigkeit scheint sich, stellt man die unverhältnismäßig kalten Witterungsverhältnisse dieses Jahres einmal in Rechnung, insgesamt noch weiter vergleichsweise stabil zu entwickeln“, erklärte das Ministerium.

Wegen des Streiks im öffentlichen Dienst in Nordrhein-Westfalen musste das Ministerium die Veröffentlichung der Produktion - einer der wichtigsten Pulsmesser der deutschen Wirtschaft - Anfang April verschieben. Die Bekanntgabe des Auftragseingangs verzögert sich sogar voraussichtlich mindestens bis zum 8. Mai. Die Daten wurden diesmal mit besonderer Spannung erwartet. Viele Experten hoffen, dass sich die - etwa vom Ifo festgestellte - hervorragende Stimmung der Firmen endlich auch deutlicher in den „harten“ Fakten niederschlägt. Auch der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte die Entscheidung in diesem Fall leichter fallen, im Juni wie angepeilt die Zinsen noch einmal zu erhöhen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%