Statistik: Inflation in Euro-Zone auf tiefstem Stand seit 2010

Statistik
Inflation in Euro-Zone auf tiefstem Stand seit 2010

Die Inflation in der Euro-Zone ist auf einem Rekordtief. Im März fiel die Jahresteuerung auf 1,7 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit August 2010.
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Brüssel/BerlinDie Inflation in der Euro-Zone ist derzeit so gering wie seit August 2010 nicht mehr. Dies erhöht den Spielraum für eine Zinssenkung der EZB. Die Jahresteuerung fiel im März wie von Experten erwartet auf 1,7 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch nach vorläufigen Berechnungen mitteilte. Im Februar waren es noch 1,8 Prozent, im Oktober 2,5 Prozent. Damit herrscht weitgehend Preisstabilität, die die Europäische Zentralbank (EZB) bei Werten von knapp unter zwei Prozent gewährleistet sieht.

„Der Rückgang der Inflationsrate dürfte den Druck auf die EZB erhöhen, die Geldpolitik weiter zu lockern, um die Deflationsrisiken zu verringern", sagte Commerzbank-Analyst Christoph Weil. Es sei aber wahrscheinlicher, dass die EZB die Zinsen zunächst nicht weiter senken werde.

Die EZB-Spitze berät am Donnerstag darüber. Experten gehen zwar nicht davon aus, dass die Notenbanker ihren ohnehin historisch niedrigen Leitzins von 0,75 Prozent senken. Die zuletzt schwachen Konjunkturdaten und die Rückkehr der Schuldenkrise in Zypern könnten jedoch dazu führen, dass einige der 23 Notenbanker im EZB-Rat sich eine weitere geldpolitische Lockerung vorstellen können. Die EZB-Ökonomen erwarten für 2013 eine Inflationsrate von durchschnittlich 1,6 Prozent, nach zuvor 2,5 Prozent. Jüngst hatten die Notenbanker ihre Konjunkturprognose gesenkt: Sie sagen der Euro-Zone 2013 nun eine um 0,5 Prozent schrumpfende Wirtschaftskraft voraus.

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Komfortable Situation für die EZB

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  • Inflation in der Eurozone auf 1,7 Prozent gedrückt? Augenauswischerei? Zumindest für den einfachen Verbraucher. Geht er zum Bäcker, kostet das Brot plötzlich mehr. Meist versteckt bekommt er für den alten Preis weniger auf die Waage. Und gleiches passiert beim Metzger. Aus dem Supermarkt geht der Hartz-Empfänger fast monatlich mit einer höheren Gesamtrechnung. Gefühlte Preiserhöhungen, das ist, was schmerzt. Da mögen die Statistiker noch so schlaue Berechnungen anstellen. Es zählt, was am Monatsende fehlt. So verläuft Raubeinkapitalismus pur. Und, werden in die Rechnung der Statistiker überhaupt Inhalts-bzw. Gewichtskürzungen bei Waren zum alten Preis einberechnet? Preise lassen sich manipulieren. Auch Statistik läßt sich manipulieren. Wolfgang Werkmeister, Buchautor, Eschborn

  • Karfreits Fischplatte in meinem Favoriten-Loka auf dem bayerischen Land. Preis € 25 bei überschaubarer Portion. Letztes Jahr noch bei € 14. Wer die offiziellen Zahlen glaubt, glaubt an den Osterhasen.
    Ein Gespräch mit dem Leiter eines Supermarktes öffnet die Augen.

  • Das glaubt kein Mensch! Wer aufmerksam die Preise für die lebenswichtigen Dinge vergleicht, die explodierenden Strom- und Energiepreise einbezieht, kommt bei einem Vier-Personenhaushalt schnell auf eine Rate von 7 bis 8 % innerhalb eines Jahres. Damit sind selbst alle kleinen Rücklagen obendrein massiv entwertet. Politik ist fast nur noch Lüge.

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