Statistische Bundesamt
Deutsche Exporte erholen sich dank Europa-Geschäft

Die wirtschaftliche Erholung der Euro-Zone hilft dem deutschen Außenhandel. Im April stiegen die Exporte kräftig, obwohl die Nachfrage aus den Schwellenländern nachließ.
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WiesbadenDie deutsche Wirtschaft profitiert von der Erholung in Europa. Ihre Exporte stiegen deshalb im April so kräftig wie seit fast zwei Jahren nicht mehr, obwohl die Nachfrage aus den Schwellenländern nachließ. Auch die Produktion legte zu. Die Bundesbank hob ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum 2014 an, doch warnte ihr Präsident Jens Weidmann vor Risiken von außen.

Die Exporte seien um 3,0 Prozent zum Vormonat gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Das Plus fiel damit doppelt so stark aus wie von Ökonomen erwartet. In den beiden Vormonaten waren die Ausfuhren noch gesunken. "Die Impulse kommen aus der Euro-Zone", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Volker Treier. "Nach all den Reformen berappelt sie sich langsam wieder."

Die Bundesbank blickt zunehmend optimistisch auf die deutsche Wirtschaft. Sie hob ihre Prognose für das Wachstum 2014 auf 1,9 von zuvor 1,7 Prozent an. Im kommenden Jahr rechnet sie weiter mit einem Plus von 2,0 Prozent, das sich 2016 auf 1,8 Prozent abschwächen soll. Weidmann warnte aber vor Gefahren: "Erhöhte geopolitische Spannungen oder eine erneute Zuspitzung der Krisen im Euro-Raum würden das Wachstum nicht nur über den Außenhandel, sondern auch über Vertrauenseffekte dämpfen."

Die Ausfuhren in die Euro-Zone - mit einem Anteil von etwa 40 Prozent wichtigster Exportkunde - wuchsen um 2,7 Prozent im Vergleich zum April 2013. Die Ausfuhren in die EU-Länder, die nicht Teil der Euro-Zone sind, zogen sogar um 6,9 Prozent an. Dazu gehören osteuropäische Staaten wie Polen sowie Großbritannien. Die Exporte außerhalb der EU - wozu die USA, aber auch große Schwellenländer wie China und Russland zählen - fielen dagegen um 5,7 Prozent. "Die Entwicklung der Schwellenländer macht uns Sorgen", sagte Treier. "Da ist die Luft raus im Moment." Russland etwa - lange der am schnellsten wachsende Auslandsmarkt für deutsche Exporteure - steht wegen der Ukraine-Krise vor einer Rezession. Sie löste eine Kapitalflucht und Sanktionen des Westens aus. Die deutschen Exporte dorthin brachen im ersten Quartal um 13 Prozent ein.

Auch die Produktion der deutschen Unternehmen zog im April an, wenn auch nur um 0,2 Prozent und damit halb so stark wie erwartet. "Das ist insgesamt ein guter Start ins zweite Quartal", sagte BayernLB-Ökonom Stefan Kipar. Viele Experten halten ein Plus von 0,5 Prozent für möglich, nachdem es zu Jahresbeginn dank des milden Winters sogar 0,8 Prozent waren. "Trotz Russland-Krise läuft die deutsche Außenwirtschaft gut", sagte Berenberg-Bank-Chefvolkswirt Holger Schmieding. Die Nachfrage nach Waren "Made in Germany" zog zuletzt spürbar an: Die exportabhängige Industrie erhielt im April 5,5 Prozent mehr Aufträge als im Vormonat.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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