Statistisches Bundesamt
Staatsdefizit wächst um fünf Milliarden Euro

Bund, Länder und Kommunen haben trotz robuster Konjunktur neue Schulden gemacht: Das Staatsdefizit ist laut Statistischem Bundesamt gegenüber dem Vorjahr um rund fünf Milliarden Euro gestiegen.
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WiesbadenTrotz steigender Einnahmen des Staates wächst das Loch in den Kassen von Bund, Ländern und Gemeinden. Hauptgrund ist die Lage der Sozialversicherung. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag aufgrund vorläufiger Ergebnisse berichtete, flossen in den ersten neun Monaten des Jahres 867,7 Milliarden Euro in die öffentlichen Kassen, ein Plus von 2,5 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Ausgaben um 3,0 Prozent auf 896,4 Milliarden Euro. Das Defizit sei damit im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum um 5,1 Milliarden Euro auf 28,7 Milliarden Euro gestiegen.

Während die Sozialversicherung in den ersten drei Quartalen 2012 noch einen Überschuss von 5,9 Milliarden Euro erzielt hatte, verbuchte sie in diesem Jahr ein Defizit von rund 4,0 Milliarden Euro. Von Januar bis September stiegen ihre Einnahmen nur leicht um 0,5 Prozent auf 394,7 Milliarden Euro. Viel stärker wuchsen die Ausgaben, nämlich um 3,1 Prozent auf 398,6 Milliarden Euro. Ein Minus gab es bei der gesetzlichen Krankenversicherung (1,1 Milliarden Euro), der allgemeinen Rentenversicherung (2,6 Milliarden Euro) und bei der Bundesagentur für Arbeit (0,7 Milliarden Euro). Die soziale Pflegeversicherung dagegen erzielte einen Überschuss von rund 200 Millionen Euro.

Der Bund verringerte sein Defizit um 1,1 Milliarden Euro auf 23,2 Milliarden Euro. Die Länder erzielten einen kleinen Überschuss (5 Millionen Euro). In den ersten drei Quartalen 2012 hatten sie noch ein Defizit von 3,8 Milliarden Euro verzeichnet. Bei den Kommunen wuchs das Defizit um 87 Millionen Euro auf 1,4 Milliarden Euro.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Statistisches Bundesamt: Staatsdefizit wächst um fünf Milliarden Euro"

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  • @ kurve
    Letztendlich haben Sie recht, die Politiker beschließen (nicken ab) Gesetze, die von eifrigen und übereifrigen Beamten erarbeitet wurden. Die Politiker, beispielsweise der Finanzminister sagt, Leute (die Beamten), ich brauche mehr Geld, wo ist noch was zu holen, was ist noch nicht rund für ein Maximum? Nach besten Lösungsvorschlägen der Eifrigen und Übereifrigen wird der Politiker sagen, genau, das machen wir, der ergiebigste Vorschlag wird genommen. Andere Politiker nicken diesen besten Vorschlag im Bundestag ab, da sie sicher sind, daß die Vorarbeiter schon bestmöglich gearbeitet haben und sie selbst keine Ahnung davon haben und sich wichtigeren Dingen zuwenden.
    Frage: Hat Pandora0611 nicht eher recht?

  • Dachte immer, die Gesetze würden von den gewählten Volksvertretern beschlossen....
    Muss ich wohl ein neues GG kaufen, wenn sich da was geändert hat....
    Unwissen schützt vor falschen Postings nicht, was?

  • Rettungswahnsinn
    besser kann man die Punkte nicht aufzählen. Danke

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