Statistisches Bundesamt

Staatsdefizit wächst um fünf Milliarden Euro

Bund, Länder und Kommunen haben trotz robuster Konjunktur neue Schulden gemacht: Das Staatsdefizit ist laut Statistischem Bundesamt gegenüber dem Vorjahr um rund fünf Milliarden Euro gestiegen.
Update: 27.12.2013 - 09:29 Uhr 11 Kommentare
Die Schuldenuhr am Haus des Steuerzahlerbundes in Berlin, aufgenommen am Mittwoch (24.02.2010). Das deutsche Staatsdefizit wächst weiter. Quelle: dpa

Die Schuldenuhr am Haus des Steuerzahlerbundes in Berlin, aufgenommen am Mittwoch (24.02.2010). Das deutsche Staatsdefizit wächst weiter.

(Foto: dpa)

WiesbadenTrotz steigender Einnahmen des Staates wächst das Loch in den Kassen von Bund, Ländern und Gemeinden. Hauptgrund ist die Lage der Sozialversicherung. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag aufgrund vorläufiger Ergebnisse berichtete, flossen in den ersten neun Monaten des Jahres 867,7 Milliarden Euro in die öffentlichen Kassen, ein Plus von 2,5 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Ausgaben um 3,0 Prozent auf 896,4 Milliarden Euro. Das Defizit sei damit im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum um 5,1 Milliarden Euro auf 28,7 Milliarden Euro gestiegen.

Während die Sozialversicherung in den ersten drei Quartalen 2012 noch einen Überschuss von 5,9 Milliarden Euro erzielt hatte, verbuchte sie in diesem Jahr ein Defizit von rund 4,0 Milliarden Euro. Von Januar bis September stiegen ihre Einnahmen nur leicht um 0,5 Prozent auf 394,7 Milliarden Euro. Viel stärker wuchsen die Ausgaben, nämlich um 3,1 Prozent auf 398,6 Milliarden Euro. Ein Minus gab es bei der gesetzlichen Krankenversicherung (1,1 Milliarden Euro), der allgemeinen Rentenversicherung (2,6 Milliarden Euro) und bei der Bundesagentur für Arbeit (0,7 Milliarden Euro). Die soziale Pflegeversicherung dagegen erzielte einen Überschuss von rund 200 Millionen Euro.

Der Bund verringerte sein Defizit um 1,1 Milliarden Euro auf 23,2 Milliarden Euro. Die Länder erzielten einen kleinen Überschuss (5 Millionen Euro). In den ersten drei Quartalen 2012 hatten sie noch ein Defizit von 3,8 Milliarden Euro verzeichnet. Bei den Kommunen wuchs das Defizit um 87 Millionen Euro auf 1,4 Milliarden Euro.

  • dpa
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11 Kommentare zu "Statistisches Bundesamt: Staatsdefizit wächst um fünf Milliarden Euro"

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  • @ kurve
    Letztendlich haben Sie recht, die Politiker beschließen (nicken ab) Gesetze, die von eifrigen und übereifrigen Beamten erarbeitet wurden. Die Politiker, beispielsweise der Finanzminister sagt, Leute (die Beamten), ich brauche mehr Geld, wo ist noch was zu holen, was ist noch nicht rund für ein Maximum? Nach besten Lösungsvorschlägen der Eifrigen und Übereifrigen wird der Politiker sagen, genau, das machen wir, der ergiebigste Vorschlag wird genommen. Andere Politiker nicken diesen besten Vorschlag im Bundestag ab, da sie sicher sind, daß die Vorarbeiter schon bestmöglich gearbeitet haben und sie selbst keine Ahnung davon haben und sich wichtigeren Dingen zuwenden.
    Frage: Hat Pandora0611 nicht eher recht?

  • Dachte immer, die Gesetze würden von den gewählten Volksvertretern beschlossen....
    Muss ich wohl ein neues GG kaufen, wenn sich da was geändert hat....
    Unwissen schützt vor falschen Postings nicht, was?

  • Rettungswahnsinn
    besser kann man die Punkte nicht aufzählen. Danke

  • Der Euro ist ohnehin verloren. Warum soll man da noch sparen? Wenn eine Währungsreform kommt, sind die am höchsten verschuldeten Länder am besten dran. Ein Land, das sein Geld vorher in Sachwerte gesteckt hat (Infrastruktur, Bildung, Edelmetalle...), ist der Gewinner.

  • „.... und das alles bei einer "robusten Konjunktur" !

    Wenn es wieder mal einen Abschwung geben sollte, ob da nicht ein Kartenhaus zusammen fällt ?“

    +++

    So ist es. Das Kartenhaus wird zusammenfallen. Aber das konnten unsere Politgrößen ja nicht ahnen.

    So wenig wie sie ahnen konnten,
    dass die Einheitswährung Euro die sogenannte Eurokrise auslösen würde,

    so wenig wie sie die Notwendigkeit ahnen konnten, dass unterschiedliche Volkswirtschaften unterschiedliche Währungen brauchen um durch Auf- und Abwertungen ihre wirtschaftliche Stärke anzupassen,

    So wenig wie sie ahnen konnten, dass die jetzige Plünderung der Rentenkasse in ein paar Jahren zur Verarmung der Rentner führen wird,

    So wenig wie sie ahnen konnten, dass die südlichen Länder ihre Kredite niemals zurückzahlen werden,

    So wenig wie sie ahnen konnten, dass wir uns eine massive „Einwanderung“ in unsere Sozialsystem nicht leisten können,

    So wenig wie sie ahnen konnten, dass ihre Politik zu Hass und Zwietracht in Europa führen wird, und den jahrzehntelangen Frieden unter den europäischen Ländern gefährdet,

    so wenig wie sie ahnen konnten, dass man in fetten Jahren etwas für die kommenden mageren Jahre zurücklegen sollte,

    so wenig wie sie glauben, jemals einen Fehler zugeben oder gar korrigieren zu müssen …

  • Ein Minus gab es bei ... der allgemeinen Rentenversicherung (2,6 Milliarden Euro)...
    so das HB.

    Und dann hat die GROKO schon erhebliche zusätzliche Ausgaben bei der Rentenversicherung vorgesehen. Wenn schon in einem Boomjahr die Einnahmen der Rentenversicherung nicht die Ausgaben decken können, was passiert dann bei normalen Einnahmejahren oder erst recht Rezzessionsjahren?
    Wir schlittern durch diese verantwortungslose Politik der GROKO in eine Finanzsituation wie z.B. Frankreich: durch sinnlose Gesetze ruinierte Wirtschaftsleistung und damit potetiell niedrigere Steuereinnahmen sowie deutlich höhere Staatsausgaben und damit steigende Defizite des Staates. WIEDER MAL ZEIGT SICH; EINE GROKO IST NICHT DIE LÖSUNG GROßER PROBLEME SONDERN SELBST DAS GROßE PROBLEM!

  • Frage: Wer beschließt denn die Gesetze?
    ----
    Antwort: Es sind die Beamten!
    Und eine Krähe kackt bekanntlich der Anderen kein Auge aus!
    Sie wurden ja auch schon in der Bibel beschreiben:
    Sie säen nicht, sie ernten nicht, aber dennoch ernährt sie das Steuervieh!

  • So lange der Staat nicht mit dem Sparen beginnt, geht es immer weiter so. Die Schulden sind nicht mehr abbaubar. Wenn man endlich die Pensionen den gesetzlichen Renten anpassen würde, wäre ein dicker Brocken gespart, auch aus Gerechtigkeitsgründen. Die Finanzierbarkeit der Pensionen ist nicht mehr möglich.

  • Schäuble nimmt so viele Steuern ein, wie noch nie zuvor
    Aber trotzdem macht er neue Schulden!
    Zusammen mit de SPD hat er schon ein Gesetz eingebracht, welche es ihm erlaubt, die Rentenkasse plündern.
    Auch die GKV wird nicht verschont.
    Und dann macht auch noch die BA "Überschüsse"!
    Wir brauchen das Geld dringend, Ab dem 1.1.14 erwarten wie "neue Fachkräfte aus Bulgarien und Rumänien, die wollen natürlich auch versorgt sein.
    Wir sind doch das "Sozialamt der Welt"! Das betonte noch einmal Gauck in seiner Ansprache.

    Davon sollen dann die "Wahlgeschenke" (Mindestlohn, Mindestrente, Mütterrente, etc. bezahlt werden.

  • #1 Kein Abschwung in den nächsten Jahren in Sicht.

    Am 22.12. lautete eine Meldung "Bundesregierung rechnet mit Wirtschaftswachstum – Bis 2018 jährlich durchschnittlich 1,5 Prozent"

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