Steigende Nachfrage im Inland
Industrie verbucht wieder mehr Aufträge

Die Nachfrage nach Industrieprodukten ist nach einem Minus zu Jahresbeginn im Februar leicht gestiegen. Der Anstieg der Auftragseingänge um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat sei dabei vor allem durch das Wiederanspringen der Bestellungen aus dem Inland geprägt gewesen, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mit.

HB BERLIN. Die Bestellungen aus dem Inland nahmen um 1,2 % zu. Dabei wertete das Ministerium die gut vierprozentige Zunahme der Investitionsgüter-Bestellungen als „hoffnungsvolles Indiz für eine stärkere konjunkturelle Belebung in Deutschland“.

Auch Volkswirte sprachen angesichts der steigenden Inlandsnachfrage von einem positiven Signal, warnten aber vor zu viel Optimismus. „Es ist aber noch zu früh zu sagen, dass die Erholung der Konjunktur nun auf die Binnenwirtschaft überspringt, weil die Konsumgüternachfrage noch immer sehr schwach ist“, sagte Bernd Weidensteiner von der DZ-Bank.

Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg des Auftragseingangs um 0,5 % gerechnet, nachdem die Firmen im Januar erstmals seit dem Frühjahr vergangenen Jahres einen Rückgang um 1,3 % verbuchen mussten. „Der Rückgang aus dem Januar wird noch nicht kompensiert“, sagte Andreas Scheuerle von der DekaBank. Das Auftragsvolumen lag auf Basis von Bundesbank-Daten im Februar 3,1 % über dem Niveau des Vorjahres. „Die Erholung geht zwar weiter, aber viel zu langsam. Inzwischen ruhen die Hoffnungen schon nicht mehr auf dem ersten, sondern auf dem zweiten Quartal“, sagte Scheuerle.

Zur Entwicklung der ausländischen Orders erklärte das Ministerium: „Der weitere leichte Rückgang der Auslandsaufträge im Februar (minus 0,6 %) dürfte zum Teil Nachwirkung des Anstiegs des Euro-Wechselkurses sein, zum Teil Korrektur der außerordentlich starken Expansion im zweiten Halbjahr 2003.“ Nach Einschätzung Weidensteiners dürfte sich der Euro in den kommenden Monaten noch etwas stärker niederschlagen. „Es wird aber wohl eher zu einem geringeren Zuwachs der Auslandsaufträge kommen als zu einem Einbruch.“

Der Auftragseingang in der Industrie ist ein wichtiger Frühindikator für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, die aber wegen Großaufträgen stark schwanken kann. Im weniger schwankungsanfälligen Zwei-Monats-Vergleich Januar/Februar zu November/Dezember nahm das Auftragsvolumen um 0,3 % Prozent ab.

Am deutlichsten legten die gesamten Bestellungen aus In- und Ausland im Februar bei den Herstellern von Vorleistungsgütern zu (plus 0,9 %). Investitionsgüterhersteller registrierten einen nahezu unveränderten Auftragseingang (plus 0,1 %), während Konsumgüterproduzenten einen Rückgang um 1,1 % verbuchen mussten. Die westdeutsche Industrie erhielt im Februar insgesamt 0,6 % mehr Aufträge, im Osten dagegen nahmen die Bestellungen um 2,6 % ab.

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